"Index für Inklusion im und durch Sport" veröffentlicht

20.10.2014
Foto: Leichtathleten mit und ohne Beinprothese

Menschen mit und ohne Behinderung sollen künftig noch viel häufiger miteinander Sport treiben. Dafür will der "Index für Inklusion im und durch Sport" sorgen; © mezzotint123rf/ panthermedia.net

Ein neuartiger Wegweiser, der den Auf- und Ausbau einer inklusiven Sportlandschaft in Deutschland vorantreiben soll, ist nun in Hannover vorgestellt worden. Dieser "Index für Inklusion im und durch Sport" wurde bei der Konferenz der Landessportbünde in Hannover von Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales (BMAS), und Thomas Härtel, Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), präsentiert. Der "Index für Inklusion im und durch Sport" ist vom DBS mit Förderung durch das BMAS aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages erstellt worden.

"Nach einer einjährigen Erarbeitungs- und Entwicklungsphase, an der sich viele Fachleute außerhalb und innerhalb des organisierten Sports von Menschen mit Behinderung beteiligt haben, ist nun eine Grundlage geschaffen, um inklusive Prozesse zu initiieren und bereits laufende Initiativen weiterzuentwickeln", sagte Thomas Härtel, DBS-Vizepräsident und Leiter des Arbeitforums. "Der Index wird für die Festigung der Inklusion im und durch Sport ein unentbehrliches Hilfsmittel sein. Sportvereine und -verbände können damit ihren eigenen Weg finden."

An der Erarbeitung des Index in einem Arbeitsforum haben neben dem ASV Köln e.V., der Behindertensportverband Berlin e.V., der Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V., der Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen e.V., die DBS-Aktivensprecherin, der Deutscher Fußball-Bund e.V./Sepp-Herberger-Stiftung, der DFB-Inklusionsbeauftragte, der Deutscher Gehörlosen-Sportverband e.V., der Deutscher Rollstuhl-Sportverband e.V./Fachbereich Kinder- und Jugendsport, das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport gGmbH, der Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V., das Schul- und Sportamt Karlsruhe, Special Olympics Deutschland e.V., der Sportverein Pfefferwerk e.V., der TV 1843 Dillenburg e.V. sowie die verschiedenen Fachressorts aus der Bundesgeschäftsstelle des DBS mitgewirkt. "Ihnen allen, sowie den vielen Menschen, die eine Entwurfsversion des Index im Juli und August Probe gelesen haben, gilt mein Dank für die engagierte Mitwirkung", so Härtel weiter.

Der Index für Inklusion im und durch Sport bietet umfangreiche Informationen zum Themenbereich Inklusion und Sport, Orientierungspunkte für die praktische Arbeit und zeigt konkrete Inklusionsprozesse auf. Der Index orientiert sich am ersten deutschsprachigen "Index für Inklusion – Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln". Dieser wurde von Ines Boban und Andreas Hinz von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, auf Basis des englischen Index von Tony Booth und Mel Ainscow, herausgegeben.

Die Ziele des Index sind die Förderung des Auf– beziehungsweise Ausbaues einer inklusiven Sportlandschaft, die Sensibilisierung für Inklusion im und durch Sport, die Orientierungshilfe für Sportverbände/-vereine zur Umsetzung sowie die Förderung der Selbstbestimmung, Partizipation und Gleichberechtigung im organisierten Sport.

Der Index richtet sich an alle Akteure aus Sportverbänden und –vereinen, die ihre Kulturen, Strukturen und Praktiken inklusiv gestalten (wollen) und deren Chancen für eine inkusive Zukunft nutzen möchten. Allerdings ist der Index kein Konzept, welches eins zu eins übernommen werden kann. Der Index bietet vielmehr Spielraum, um die eigene Situation zu überprüfen und Veränderungen vorzunehmen

REHACARE.de; Quelle: Deutscher Behindertensportverband (DBS)

Mehr über den Deutschen Behindertensportverband, National Paralympic Committee Germany unter: www.dbs-npc.de
Hier kostenfrei den Index herunterladen: www.dbs-npc.de/sport-index-fuer-inklusion.html