„Living Lab“: Forschen für das Alter in Furtwangen

03.07.2013
Foto: Technische Assistenzsysteme

Technische Assistenzsysteme für ein selbstständiges Leben im Alter werden im „Living Lab“ erlebbar gemacht. Die Abbildung zeigt eine Sensormatte;
© HS Furtwangen

Die Hochschule Furtwangen (HFU) baut ein innovatives „Living Lab“ zur Entwicklung altersgerechter Assistenzsysteme auf.

Zusammen mit dem gleichzeitig startenden neuen Forschungsprojekt ENAS zur Untersuchung von Evaluationsmethoden für Assistenzsysteme stärkt die HFU ihre Position als eine der aktivsten Forschungs- und Lehreinrichtungen im interdisziplinären Anwendungsfeld „Ambient Assisted Living“.

Das Forschungsfeld Assistive Technologien beschäftigt sich mit der Anwendung neuer Technologien im Bereich der Alltagsunterstützung, Pflege und Gesundheitsversorgung älterer oder behinderter Menschen. Typische Anwendungen sind die Erkennung von Gefahrensituationen, wie Sturz oder Brandgefahr, Erinnerungssysteme zur Medikamenteneinnahme, spielerische Systeme zum körperlichen und kognitiven Training oder Systeme zur Kompensation von nachlassenden sensorischen Fähigkeiten. Entsprechende Lösungsansätze werden in der Forschung häufig unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) zusammengefasst.

Unter Leitung von Christophe Kunze wird an der Fakultät Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft (GSG) der Hochschule Furtwangen nun ein Experimentalsystem für Intelligente Assistive Lebensumgebungen aufgebaut, in dem neue Lösungsansätze zur Unterstützung älterer Menschen in den eigenen vier Wänden unter realistischen Anwendungsbedingungen entwickelt und evaluiert werden können. „Dadurch können neue Lösungsideen gemeinsam mit Nutzern entwickelt und frühzeitig evaluiert werden. Das ist wichtig, damit technische Lösungsansätze nicht an den Bedürfnissen der Nutzer vorbei entwickelt werden“, so. Kunze.

Im Experimentallabor werden in einer typischen Wohnumgebung unter anderem neue Interaktionstechnologien, wie Objektinteraktion oder Gesten- und Sprachsteuerung, innovative Sensorsysteme zum Monitoring von Gesundheitszustand und zur Unterstützung von Alltagsaktivitäten oder neuartige Assistenzroboter verfügbar sein.

Im gleichen Anwendungsfeld startet zudem am 1. Juli 2013 das neue Forschungsprojekt ENAS („Effekte und Nutzen altersgerechter Assistenzsysteme – praktikable Vorgehensmodelle, Evaluationsmethoden und Werkzeuge“). Im Projekt wollen Kunze und Peter König (Dozent für Pflegewissenschaften an der Fakultät GSG) gemeinsam mit dem FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe untersuchen, wie der Nutzen neuer technikgestützter Versorgungsansätze in der Pflege – etwa in Bezug auf Lebensqualität der Nutzer – effizient und zuverlässig evaluiert werden kann. Anders als bei medizinischen Geräten sind die Effekte neuer altersgerechter Assistenzsysteme bisher nur unzureichend untersucht. Das Projekt läuft über ein Jahr und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt „Mensch-Technik-Interaktion im Demographischen Wandel“ mit insgesamt 285.000 € für beide Projektpartner gefördert.

REHACARE.de; Quelle: Hochschule Furtwangen

Mehr über die Hochschule Furtwangen unter: www.hs-furtwangen.de