Altersdepression - eine unterschätzte Gefahr

Foto: Eine alte Frau geht allein an einem Gebäude vorbei 

Ein Ratgeber der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) informiert über Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen im Alter und gibt gleichzeitig Angehörigen Hilfestellung. Denn heutzutage sind Depressionen auch im Alter behandelbar.

Fast 40 Prozent aller Selbstmorde werden von über 60-jährigen Menschen begangen. Ursache dafür sind vielfach Depressionen, die im höheren Lebensalter die häufigste psychische Erkrankung darstellen.

Unter den 65-Jährigen leiden etwa fünf Prozent unter einer Depression und Alters- oder Pflegeheimbewohner weisen sogar ein noch höheres Risiko auf, an diesem Leiden zu erkranken. Über Depressionen im höheren Lebensalter informiert ein neuer Ratgeber, der in enger Kooperation mit der DGPPN entstanden ist.

Ursache dieser Altersdepressionen sind in den meisten Fällen die allgemeinen Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Dazu gehören die nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die Zunahme organischer Beschwerden, der Wegfall des sozialen Status in der Rente oder der Tod von nahestehenden Personen und Einsamkeit.

„Auch Ängste, die um die Gesundheit und den Verlust der Selbstständigkeit kreisen, können Depressionen nähren, wenn keine psychischen Bewältigungsstrategien vorliegen“, so Professor Frank Schneider, einer der Herausgeber des Ratgebers.

Die Symptome der Altersdepression sind nicht anders als in jüngeren Jahren. Typische Anzeichen sind Abgeschlagenheit, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen im Tagesverlauf sowie depressive Gedanken bis hin zu Selbstmordgedanken. Diese zu erkennen ist jedoch weitaus schwieriger, da sie von anderen Leiden wie einer Demenz überlagert sein können.

Angehörige und Familienmitglieder sind auf ihre Beobachtungsgabe und ihre Menschenkenntnis angewiesen, um depressive Tendenzen oder Selbstmordgedanken zu bemerken und darauf zu reagieren. Viele halten es leider für normal, dass ältere Menschen eine depressive Grundhaltung haben.

Dass heutzutage Depressionen – auch im höheren Lebensalter – kein unabwendbares Schicksal darstellen und mit Hilfe von Medikamenten und psychotherapeutischen Verfahren gut behandelbar sind, wollen die Herausgeber mit ihrer Publikation zeigen.

REHACARE.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

- Mehr über die DGPPN unter: www.dgppn.de