Annette Frier bekommt BOBBY 2016 für den Fernsehfilm "Nur eine Handvoll Leben"

15.06.2016

In diesem Jahr geht der BOBBY an die Schauspielerin Annette Frier und den WDR-Fernsehfilm "Nur eine Handvoll Leben", der am 23. März um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wurde. Der Medienpreis der Lebenshilfe würdigt den sensiblen Umgang der TV-Produktion mit dem Thema Pränataldiagnostik.

Foto: Annette Frier in einer Filmszene mit einem Kind mit Trisomie 18; Copyright: WDR / Wolfgang Ennenbach

Nachdem Annette Winterhoff (Annette Frier) im Film erfahren hat, dass bei ihrem ungeborenen Baby "Auffälligkeiten" festgestellt wurden, lernt sie ein Kind mit Trisomie 18 kennen; © WDR / Wolfgang Ennenbach

Der Film zeigt, wie Eltern von einem Moment auf den anderen vor die Entscheidung über Leben und Tod gestellt werden. 3,2 Millionen Zuschauer fiebern zur besten Sendezeit vor den Bildschirmen mit - und fragen sich: Was würde ich tun? Am Ende entscheidet sich die Mutter, gespielt von Annette Frier, gegen einen Schwangerschaftsabbruch: Ihr Kind mit dem Gendefekt Trisomie 18 soll selbst bestimmen können, ob es leben will.

"In einer Zeit, in der ein solcher Befund fast immer zur Abtreibung führt, macht der Film Eltern Mut, ihr behindertes Kind anzunehmen. Er setzt ein Zeichen für das Leben, lässt aber auch andere Sichtweisen und Haltungen zu und kommt dabei ohne moralischen Zeigefinger aus", so die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt.

Hauptdarstellerin Annette Frier verkörpert die Mutter so überzeugend, dass ihr die Zuschauer gebannt auf Schritt und Tritt folgen: von der niederschmetternden Diagnose bis zum Entschluss, das Kind auszutragen, um schließlich seinen Tod gemeinsam in der Familie zu betrauern. "Nur eine Handvoll Leben" ist berührend, packend und aufklärend zugleich: So erfährt ein Millionen-Publikum, was werdende Eltern über Pränataldiagnostik wissen sollten, bevor sie womöglich mit einer Entscheidung über Leben und Tod konfrontiert werden.

Ulla Schmidt: "Damit leistet der Film im wahrsten Sinne des Wortes Lebenshilfe und hat eine überaus wichtige gesellschaftliche Diskussion im Sinne behinderter Menschen vorangebracht."

Der BOBBY soll im November verliehen werden und wird gefördert von der Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge, den Versicherern im Raum der Kirchen. "Nur eine Handvoll Leben" ist noch in der Mediathek der ARD zu sehen.

Mit dem BOBBY, benannt nach seinem ersten Preisträger Bobby Brederlow, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, würdigt die Bundesvereinigung Lebenshilfe seit 1999 vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderung, das aufklärt und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abbaut. Der Lebenshilfe-Medienpreis wird dieses Jahr zum 17. Mal verliehen. Er ist nicht mit einem Preisgeld verbunden.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben anderen:

  • FC Bayern München (2015)
  • Kai Pflaume (2014)
  • ChrisTine Urspruch mit dem "Tatort" aus Münster (2013)
  • Guildo Horn (2007)
  • Günther Jauch (2003)
  • "Lindenstraße" mit Jan Grünig in der Rolle des Martin "Mürfel" Ziegler, der das Down-Syndrom hat (2001)


REHACARE.de; Quelle: Bundesvereinigung Lebenshilfe

Mehr über die Bundesvereinigung Lebenshilfe unter: www.lebenshilfe.de