Auf dem Prüfstand: Serviceroboter im Seniorenpflegeheim

Foto: Care-O-bot überreicht ein Getränk an eine Bewohnerin 

Er kann Getränke servieren und Menschen unterhalten. Der "Care-O-bot" ist ein Roboter, der älteren Personen helfen soll, möglichst lang selbstständig zu leben. Nun wurde er getestet. Das Ergebnis: Pfleger und Senioren finden ihn gut.

Der Einsatz von Servicerobotern in stationären Pflegeeinrichtungen könnte es möglich machen, Pflegekräfte von zeitaufwändigen Routinetätigkeiten zu entlasten. Damit wird diesen mehr Zeit verschafft, sich mit den Bewohnern zu beschäftigen.

Im Rahmen des Projekts »WiMi-Care« wurden Einsatzmöglichkeiten des Roboterassistenten Care-O-bot zur Versorgung der Bewohner einer stationären Altenpflegeeinrichtung mit Getränken und als Unterhaltungsplattform untersucht.

In zwei Praxistests mit Pflegekräften und Senioren musste sich der Roboter in diesen Anwendungen bewähren. Für die Versorgung der Bewohner mit Getränken ist Care-O-bot mit Hilfe seines Roboterarms in der Lage, selbstständig Becher an einem Wasserspender zu füllen und diese den Bewohnern auf seinem Tablett zu servieren. Die Anbindung einer Bewohner-Datenbank ermöglicht es dem Roboter, die einzelnen Bewohner der Station zu erkennen.

Auf Basis des ebenfalls in der Datenbank verfügbaren Trinkprotokolls steuert der Roboter während seiner Fahrt durch die Station speziell die Personen an, die noch nicht genug getrunken haben. »Durch die gezielte Ansprache der Bewohner und aktives Nachhaken konnten wir sicherstellen, dass die Bewohner die Getränke nicht nur nehmen, sondern auch davon trinken«, so Fraunhofer-Forscher Theo Jacobs, der die Praxistests vor Ort begleitet hat.

Beim Einsatz als Unterhaltungsplattform können auf dem Touchscreen des Roboters Gesellschaftsspiele oder Programme zum Gedächtnistraining gestartet, Musik abgespielt oder Gedichte vorgelesen werden.

Die Befehle an den Roboter durch die Pflegekräfte erfolgt mit Hilfe einer speziell entwickelten graphischen Benutzeroberfläche. »Mit wenigen Klicks kann eine Pflegekraft Care-O-bot dort seine Aufträge für den Tag erteilen – und sich dann weiter den Bewohnern widmen«, so Jacobs.

Während der Testphase wurde der Roboter an drei aufeinanderfolgenden Tagen vormittags und nachmittags jeweils für ein bis zwei Stunden eingesetzt. Berührungsängste mit dem Roboter gab es – wie schon während der ersten praktischen Tests – nicht.

»Die Bewohner haben Care-O-bot neugierig begutachtet und fanden es spannend, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Auf der Demenzstation haben einige Bewohner den Roboter sogar richtig ins Herz geschlossen«, berichtet Jacobs. Auch die Pflegekräfte können sich gut vorstellen, in Zukunft mit einem Serviceroboter zusammenzuarbeiten.

REHACARE.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

- Mehr über das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA unter: www.ipa.fraunhofer.de