Besser essen und leben im Alter

20.07.2015
Foto: Senior isst ein Stück Brot

FAU-Wissenschaftler entwickeln und prüfen neue altersgerechte Lebensmittel; © panthermedia.net/ budabar

Älteren Menschen fällt es aus vielerlei Gründen häufig schwer, ausreichend zu essen. Aufgrund von Mangelernährung nimmt ihre Muskelmasse ab, Kraft und Leistungsfähigkeit sind dann ebenfalls reduziert. Um eine bessere Ernährung im Alter zu gewährleisten, sind Wissenschaftler des Instituts für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) an der Entwicklung von Lebensmitteln, die speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten sind, beteiligt und erforschen deren Akzeptanz und Wirkung.

Das IBA ist mit diesem Projekt Teil des Kompetenzclusters 'enable' zur Entwicklung von altersgruppengerechten Lebensmitteln, an dem neben dem Cluster-Zentrum an der TU München noch weitere universitäre und außeruniversitäre Forschungspartner beteiligt sind.

Viele Senioren haben Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken und nehmen daher ihr Essen in pürierter Form zu sich. Oft ist dies optisch wenig appetitlich und gerät auch geschmacklich zu einem Einheitsbrei. Wissenschaftler des Kompetenzclusters 'enable' wollen hier Abhilfe schaffen, mit Essen aus dem 3D-Drucker. Pürierte Lebensmittel werden mit Hilfe des 3D-Druckers in eine optisch ansprechende Form gebracht und können, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Senioren, mit zusätzlichen Vitaminen, Proteinen und Eiweißen angereichert werden.

In einer Studie untersuchen die Forscher des IBA, wie sich diese Lebensmittel auf die Ernährungssituation älterer Menschen mit Kau- beziehungsweise Schluckstörungen auswirken. Außerdem wirken die FAU-Forscher um Prof. Dr. Dorothee Volkert bei der Entwicklung eines eiweißreichen Getränks mit, das auf die geschmacklichen und metabolischen Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt ist. Sie testen hierbei, welche Form von Eiweißdrinks von älteren Leuten gut angenommen wird und ob diese Getränke dem Muskelschwund bei Senioren entgegenwirken können.

Des Weiteren wird das IBA im Rahmen des Projektes eine Alterskohorte mit 100 Senioren aufbauen, die umfassend bezüglich ihrer Ernährungsgewohnheiten und körperlichen Verfassung untersucht werden. Ziel ist es hierbei durch den Vergleich mit jüngeren Kohorten des Clusters, die methodisch genauso untersucht werden, Ausmaß und Bedeutung von Veränderungen im Alter aufzuzeigen.

Auch neue Kommunikationstechnologien können helfen, Fehlernährung im Alter und damit verbundene Beschwerden zu verhindern. Ein weiterer Schwerpunkt des Clusters liegt daher in der Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, die dazu beitragen sollen, die Verbraucher über eine gesündere Ernährung zu informieren und ein vernünftigeres Essverhalten in der Bevölkerung zu erreichen. Wissenschaftler des IBA und des Instituts für Psychogerontologie (IPG) der FAU werden gemeinsam mit Partnern der TU München computergesteuerte Technologien für ältere Menschen zur Unterstützung einer adäquaten Nahrungsaufnahme entwickeln und testen.

Das Kompetenzcluster Enable wird in den kommenden drei Jahren mit fast 5,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der offizielle Startschuss zum Projekt fiel am 17. Juli 2015 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit allen Kooperationspartnern in Freising-Weihenstephan.

REHACARE.de; Quelle: Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

Mehr über die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg unter: www.uni-erlangen.de