Besser sehen mit transplantierten Fotorezeptoren

04.08.2014
Foto: Kontaktlinse ins Auge einführen

Es konnten bereits erste Faktoren bestimmt werden, die einen Einfluss darauf haben, wie Spenderzellen sich in der Netzhaut integrieren; © CandyBox Images/panthermedia.net

Das Forschungsprojekt von Marius Ader, Gruppenleiter am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden identifiziert systematisch die Faktoren, die eine erfolgreiche Integration von transplantierten Spender-Fotorezeptoren in die Empfänger-Netzhaut erlauben.

Die Arbeitsgruppe von Marius Ader konnte bereits zeigen, dass Fotorezeptoren in die Mausretina implantiert werden können und danach voll funktionsfähig sind, jedoch war die Ausbeute bisher noch ungenügend.

Der Verlust von Fotorezeptoren durch Netzhauterkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration oder Retinitis Pigmentosa führen zu Einschränkungen beim Sehen bis hin zur Blindheit. Diese Erkrankungen stellen in Industrienationen den häufigsten Grund für Behinderungen dar.

Wissenschaftler versuchen weltweit, Fotorezeptoren mit verschiedenen zellbasierten Methoden in Tiermodellen für Netzhauterkrankungen zu regenerieren, um deren Sehfähigkeit wieder herzustellen. Verschiedene Studien, auch die von Marius Ader am CRTD, konnten bereits zeigen, dass sich transplantierte Fotorezeptoren in die Netzhaut von Mäusen passgenau integrieren lassen und sich über Synapsen mit Nervenzellen des Empfängers verbinden, um eine gewisse Sehkraft wieder herzustellen. Die Anzahl der sich integrierenden Fotorezeptoren ist aber noch zu gering, um diese Forschungsergebnisse in klinische Studien zu überführen.

"Bisher gibt es keine Studie, die systematisch die möglichen Faktoren untersucht, um eine höhere Anzahl von transplantierten Fotorezeptoren zu erreichen, die sich korrekt in der Empfängerretina integrieren", sagt Marius Ader. Die Studie setzt genau hier an. Der Dresdner Regenerationsbiologe berichtet: "Wir konnten bereits erste Faktoren bestimmen, die einen Einfluss darauf haben, wie Spenderzellen sich in der Netzhaut integrieren."

In der geförderten Studie sollen systematische Analysen die Netzhautumgebung des Gasttieres vor und nach der Zelltransplantation erforschen, um zu einer präziseren und zielorientierteren Anpassung im Auge beizutragen, die künftig eine effizientere Zelltherapie bei Netzhautdegeneration ermöglichen soll.

Ziel des CRTD ist es, das Selbstheilungspotential des Körpers zu erforschen und völlig neuartige, regenerative Therapien für bisher unheilbare Krankheiten zu entwickeln. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums konzentrieren sich auf Hämatologie und Immunologie, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen sowie Knochenregeneration.

Zurzeit arbeiten sechs Professoren und neun Forschungsgruppenleiter am CRTD, die in einem interdisziplinären Netzwerk von über 80 Mitgliedern sieben verschiedener Institutionen Dresdens eingebunden sind. Zusätzlich unterstützen 18 Partner aus der Wirtschaft das Netzwerk. Synergien im Netzwerk erlauben eine schnelle Übertragung von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in klinische Anwendungen.

REHACARE.de; Quelle: DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien

Mehr über das DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien unter: www.crt-dresden.de