Bildung: Studie untersucht Haltung Bayerns zur Inklusion

Die Schulleitungen in Bayern stehen der Inklusion offen gegenüber. Sie fordern aber vom Freistaat mehr personelle und fachliche Unterstützung, vor allem in Form sonderpädagogisch qualifizierter Lehrkräfte. Das zeigt eine neue wissenschaftliche Studie.

02.03.2016

 
Foto: Lehrerin mit einem Jungen im Rollstuhl; Copyright: panthermedia.net/Wavebreak Media Ltd

Bayerns Schulleitungen fordern eine größere personelle und fachliche Unterstützung, um inklusiven Unterricht besser umsetzen zu können; © panthermedia.net/Wavebreak Media Ltd

Seit die UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist, stellt die Entwicklung eines inklusiven Unterrichts eine zentrale Herausforderung für jede Schule dar. Das Ziel dabei: Kinder mit Behinderungen sollen möglichst gut an Regelschulen in Regelklassen unterrichtet werden.

Wie steht es in Bayern um die Inklusion, sieben Jahre nach Inkrafttreten der UN-Konvention? Das hat ein Forschungsteam von den Universitäten München und Würzburg in einem dreijährigen Projekt untersucht. Aus den Erkenntnissen wurden Empfehlungen für die Schulentwicklung in Bayern und Erfolgsbedingungen für einen inklusionsorientierten Unterricht abgeleitet. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst hat das Projekt finanziell gefördert.

Die Hauptbefunde des Forschungsteams: "Das Inklusionsangebot ist vor allem in der Sekundarstufe, also ab der fünften Klasse, noch ausbaufähig", sagt Professor Erhard Fischer vom Institut für Sonderpädagogik der Uni Würzburg.

Generell seien die Schulleitungen sehr aufgeschlossen für das Anliegen der Inklusion. "Sie fordern aber auch eine größere personelle und fachliche Unterstützung, vor allem fehlt es bei der Inklusionsarbeit an Lehrkräften für Sonderpädagogik", so Professor Reinhard Lelgemann.

Diese und weitere Ergebnisse wurden Mitte Februar 2016 bei der Abschlusstagung des Projekts in München präsentiert. Das Projektteam diskutierte dort auch mit Vertretungen der Kultusministerkonferenzen aus Deutschland, Belgien, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.

Aus dem Projekt leiten sich umfassende Empfehlungen für den bayerischen Weg der Inklusion ab. Sie betreffen die fachliche Qualifikation von Schulbegleitungen ebenso wie die Verringerung der Klassengrößen oder die Ausstattung der Schulen mit Personal, Räumen und Zeit.

Die Projektleiter waren die Professoren Erhard Fischer (Pädagogik bei geistiger Behinderung) und Reinhard Lelgemann (Körperbehindertenpädagogik) von der Universität Würzburg sowie Ulrich Heimlich (Lernbehindertenpädagogik) und Joachim Kahlert (Grundschulpädagogik) von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Würzburger Team arbeiteten Holger Preiß, Juliane Quandt, Philipp Singer und Christian Walter-Klose mit. Alle vier sind wissenschaftliche Beschäftigte an den Lehrstühlen von Fischer und Lelgemann.

REHACARE.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Mehr über die Julius-Maximilians-Universität Würzburg unter: www.uni-wuerzburg.de