Datenbrille ermöglicht barrierefreies Kinoerlebnis

11.03.2015
Foto: Anwender mit Datenbrille

Barrierefreiheit: Die Datenbrille wird mit dem Smartphone des Kinobesuchers verbunden. Die App macht die Untertitel zugänglich; © WHZ

Die Fakultät Elektrotechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) hat mit ihrem Berliner Kooperationspartner "Greta & Starks" eine Datenbrille entwickelt, die zu einem Kinofilm Untertitel in verschiedenen Sprachen einblenden kann.

Hörbehinderte und gehörlose Menschen gehen gerne ins Kino. Mindestens 250.000 gehörlose Menschen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In ganz Europa sind es rund 1,5 Millionen. Es gibt zwar einzelne Kinos, die Filme in verschiedenen Sprachen anbieten, die Auswahl ist jedoch meist überschaubar, besonders in Bezug auf Untertitel im Sinne der Barrierefreiheit.

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) hat gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner "Greta & Starks" ein System entwickelt, das Untertitel zu einem Film in verschiedenen Sprachen einblenden kann. Die Anwendung ist denkbar einfach: Man setzt die Datenbrille auf und schaut wie gewohnt auf die Kinoleinwand. Gleichzeitig projiziert die Datenbrille virtuell die Filmuntertitel unterhalb der Leinwand. Die Datenbrille wird mit dem Smartphone des Kinobesuchers verbunden und überträgt die Untertitel.

Die App GRETA & STARKS macht die vorhandenen Untertitel einfach mit dem eigenen Smartphone zugänglich. Der Kinobesucher kann den Film über den AppStore für iOS und bei Google Play vorher herunterladen. Die App synchronisiert sich dabei über eine Spracherkennung automatisch mit dem Kinofilm. Der Besucher kann also während des Films das Kino verlassen, um zum Beispiel neues Popcorn zu holen. Wieder am Sitzplatz, synchronisiert sich die App mit dem Film und man bekommt automatisch die richtigen Untertitel angezeigt.

Weder der Zuschauer noch das Kino müssen dafür in teure Technik oder Equipment investieren. Das bedeutet eine erhebliche Verbesserung – bisher wurden barrierefreie Filmfassungen oft nur sehr selektiv und zu speziellen Veranstaltungen gezeigt, zum Beispiel auf barrierefreien Festivals, die einmal im Jahr stattfanden.

"Die neue Lösung macht alle Filme, in allen Kinos, in allen Sälen und an 365 Tagen im Jahr zugänglich – nicht in einer speziell organisierten und separat gekennzeichneten Vorstellung, sondern jeden Tag, für ganz normale Kinobesuche mit Freunden und Kollegen", sagt Prof. Dr. Rigo Herold, Professor für Digitale Systeme an der WHZ, der die Datenbrille mit entwickelt hat.

REHACARE.de; Quelle: Westsächsische Hochschule Zwickau

Mehr über die Westsächsische Hochschule Zwickau unter: www.fh-zwickau.de