Demenz-Fälle nehmen weltweit zu

08.03.2013

Foto: Älterer Mann

Ein wirksames Medikament gegen Demenz ist nicht in Sicht; © Scott Griessel/panthermedia.net

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung zeigt, wie Deutschland, Österreich und die Schweiz heute und in Zukunft besser mit Demenz umgehen können.

Die Zahl der Alzheimer-Erkrankten wird sich von heute etwa fünf Millionen auf beinahe 14 Millionen im Jahr 2050 beinahe verdreifachen. Das hat ein Forscherteam des Rush University Medical Center in Chicago festgestellt.

Weil die Bevölkerungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz besonders stark altern, gibt es dort bereits sehr viele Betroffene. Eine Bestandaufnahme zum Umgang mit Alzheimer und anderen dementiellen Erkrankungen in den drei deutschsprachigen Ländern liefert das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab.

Das Berlin-Institut stellt klar: Ein wirksames Medikament gegen Demenz ist nicht in Sicht und die Fallzahl von derzeit 1,5 Millionen Betroffenen in den drei Ländern wird weiter steigen. Darauf müssen Politik und Gesellschaft sich vorbereiten. Ein Ergebnis der Bestandaufnahme des Berlin-Institut lautet: Heute sind Erkrankte, Familien und Pflegeeinrichtungen häufig überfordert.

Wir müssen also handeln. Gerade weil die Fallzahl weiter steigt – der Anteil der dementiell Erkrankten an der Gesamtbevölkerung dürfte sich bis 2050 in Deutschland mehr als verdoppeln. Das Berlin-Institut empfiehlt, gesetzliche Grundlagen in der Pflege anzupassen. Dazu gehört es, die pflegenden Angehörigen zu unterstützen. Auch die Kommunen können etwas tun, indem sie ein lokales Netzwerk aus Sachverständigen und Einrichtungen schaffen, das ihrer Situation angepasst ist. Die übersichtlichen Landkarten im Report zeigen dabei, welche Regionen vor besonders großen Herausforderungen stehen.

Vorbereiten, so die Autoren der Studie, könne sich aber auch jeder Einzelne, indem wir uns mit der Krankheit und ihren Folgen auseinandersetzen. Das Berlin-Institut informiert in dem Report deshalb umfassend über Diagnose und Krankheitsverlauf und bindet eine Liste mit Anlaufstellen und Literatur gleich in die Studie ein.

REHACARE.de; Quelle: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Mehr über das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung unter: www.berlin-institut.org