Demenz: Unterstützung für pflegende Angehörige per Telefon und Internet

15/08/2016

Vergesslichkeit, Aggression, Wesensveränderung – es gibt viele Symptome, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen. Dabei ist die Krankheit auch für die Angehörigen eine Belastung. Die Pflege eines Familienmitgliedes beispielsweise mit einer Alzheimererkrankung ist eine Aufgabe, die langfristig zu Erschöpfung führen und auch krank machen kann, weiß das Team um Prof. Dr. Gabriele Wilz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Rahmen des Projekts "Telefonische Therapie für Angehörige von Demenzerkrankten" (Tele.TAnDem) beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit den Belastungen pflegender Angehöriger und der Entwicklung spezifischer Unterstützungsangebote.

Foto: Pflegende Angehörige informiert sich im Internet; Copyright: panthermedia.net/dolgachov

Psychologinnenteam der Universität Jena unterstützt pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz; © panthermedia.net/dolgachov

Untersuchungen haben gezeigt, dass pflegende Angehörige unter anderem ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben. Insbesondere depressive Symptome sind häufig festzustellen. Erste Ergebnisse der klinischen Psychologinnen ergaben, dass sich die angebotene psychotherapeutische Betreuung nachweislich positiv auf die Gesundheit und die Lebensqualität der pflegenden Angehörigen ausgewirkt haben. Die Unterstützung durch qualifizierte Therapeutinnen und eine gute Beziehungsgestaltung zwischen Therapeutin und Angehörigen können zur Entlastung und damit zur Minderung einer drohenden Depressivität beitragen.

Nun sucht die Arbeitsgruppe wieder nach Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ein telefonisches Unterstützungsangebot sowie eine internetbasierte psychologische Beratung. Bei letzterem erfolgen über einen bestimmten Zeitraum regelmäßige schriftliche Kontakte mit einer erfahrenen Psychologin über ein speziell gesichertes Internetportal. Die Unterstützung kann von den Angehörigen im gesamten deutschsprachigen Raum von zu Hause aus in Anspruch genommen werden. Interessierte Angehörige von demenziell Erkrankten, zum Beispiel Ehepartner, Lebenspartner oder (Schwieger-) Töchter und Söhne, die ihre Angehörigen überwiegend im häuslichen Umfeld betreuen und aktuell keine psychotherapeutische Behandlung erhalten, können sich für eine Teilnahme melden. Es entstehen dabei keine Kosten. In einem individuellen Telefongespräch überlegen die Mitarbeiterinnen der FSU gemeinsam mit den Interessierten, welches der beiden Projekte für die Anliegen und die jeweilige Lebenssituation der Angehörigen am besten geeignet ist.

Pflegende Angehörige, die an weiteren Informationen interessiert sind oder an der Studie teilnehmen wollen, wenden sich an Christina Reiter (03641 / 945948, montags 14 bis 15 Uhr), an Nils Töpfer (03641 / 945174, mittwochs 15 bis 16 Uhr) oder an Lisette Weise (03641 / 945174, donnerstags 10 bis 11 Uhr). Zudem besteht die Möglichkeit des Kontaktes via E-Mail: teletandem[at]uni-jena.de oder teletandem.online[at]uni-jena.de.

REHACARE.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena
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