Diabetes-Risiko-Tests im Vergleich

Foto: Stift, der ein Feld ankreuzt 

Wissenschaftler haben erstmals alle bislang veröffentlichten Diabetes-Risiko-Tests systematisch erfasst und miteinander verglichen. Während einige Tests nur Angaben zum Alter, zu Körpermaßen und zum Lebensstil abfragen, basieren andere Tests auf der Abfrage klinischer Daten.

Nach den Resultaten der neuen Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) bestimmt trotz der methodischen Unterschiede eine Reihe von Tests das Diabetes-Risiko einer Person recht genau. Oft verlieren sie aber an Genauigkeit, wenn sie in Bevölkerungsgruppen angewendet werden, in denen sie nicht entwickelt wurden. Angaben zu genetischen Daten verbesserten die Risikovorhersagen nur unwesentlich.

Typ-2-Diabetes (Alterszucker) erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und einen frühzeitigen Tod und ist einer der Hauptursachen für Nierenversagen, Erblindungen und Amputationen. Verschiedene Studien belegen, dass sich ein Ausbrechen der Erkrankung durch einen gesunden Lebensstil oder durch geeignete Medikamententherapien vermeiden oder zumindest verzögern lässt.

Daher haben bereits mehrere Staaten Diabetes- Präventionsprogramme gestartet, wobei individuelle Interventionsmaßnahmen hauptsächlich auf Hochrisiko-Personen ausgerichtet sind. Diese werden derzeit meist mithilfe eines oralen Zuckerbelastungstests identifiziert.

Reihenuntersuchungen solcher Art sind jedoch wenig praktikabel und sehr teuer. Daher haben Wissenschaftler in verschiedenen Ländern Risiko-Tests entwickelt, die es erlauben sollen, das Diabetes-Risiko von noch nicht erkrankten Personen kostengünstig, aber dennoch sehr genau und flächendeckend zu bestimmen.

Ziel der vorliegenden Studie war es, alle wissenschaftlichen Daten zu den bis dato veröffentlichten Risiko-Tests zu sammeln und miteinander zu vergleichen. Zudem sollte die Studie darlegen, wie gut einzelne Risiko-Tests auch in anderen, ethnisch unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen funktionieren.

„Nach unseren Ergebnissen war die Leistungsfähigkeit der Tests oft eingeschränkt, wenn sie in Bevölkerungsgruppen überprüft wurden, in denen sie nicht entwickelt worden waren. Für Präventionsprogramme ist es deshalb sinnvoll, Risiko-Tests zu nutzen, welche die ethnischen Besonderheiten der zu untersuchenden Bevölkerungsgruppe berücksichtigen und entsprechend validiert wurden“, sagt Matthias Schulze, der die Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE leitet.

Wie die Studie auch zeigt, beruhen die meisten Risiko-Tests auf Informationen zu nicht-veränderbaren Risikofaktoren. Zu diesen zählen das Alter, das Geschlecht oder eine familiäre Vorbelastung mit Diabetes.

Tests, welche eine Reihe veränderbarer Lebensstilfaktoren berücksichtigen, waren eher selten. „Solche Tests eignen sich jedoch besser, um Personen dazu zu motivieren, ihren Lebensstil zu verändern, denn sie zeigen, was man tun kann, um sein Risiko zu vermindern“, erklärt Brian Buijsse, Erstautor der Studie. Ebenso belegt die Untersuchung, dass Tests, die ohne eine Abfrage klinischer Daten auskommen, in ihrer Vorhersagekraft verbessert werden können, wenn sie zusätzlich einfache, routinemäßig erfasste klinische Messwerte wie den Blutzuckerwert berücksichtigen.

REHACARE.de; Deutsches Institut für Ernährungsforschung

- Mehr über das Deutsche Institut für Ernährungsforschung: www.dife.de