20.09.2015

Dr. Juan Carlos Rivera Garcia

Die Geschichte dahinter

Ich darf mich vorstellen: Juan Carlos Rivera, von Beruf Arzt, von Herzen Forscher. Eine meiner Leidenschaften ist es, Lösungen für alltägliche Probleme zu finden. Permanente Neugier und der Drang alles bis ins kleinste Detail zu verstehen, treiben mich an.

Vor ein paar Monaten verließen Energie und Vitalität meinen in die Jahre gekommenen Hund, Eigenschaften die ihn ausmachten. Tagsüber blieb er stundenlang bewegungslos liegen und es kam, wie es kommen musste: Es zeigten sich schließlich Geschwüre an den Auflageflächen, an den Gelenken der Hinter- und Vorderläufe. Zur gleichen Zeit verschlechterte sich der Zustand einer meiner Patientinnen. Sie hatte die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (bekannt auch als Rinderwahn oder übertragbare spongiforme Enzephalopathie). Sie war nicht mehr die Frau von einst und ihr Leben endete in Stille und Unbeweglichkeit. Nur aufgrund professioneller Behandlung und dem anhaltenden Engagement ihrer Familie gelang es, ein kleines Geschwür abzuheilen und die Entwicklung neuer Geschwüre zu verhindern.

Nach mehr als 25 Jahren Berufserfahrung offenbarte sich mir erstmals die "Epidemie unter den Bettlaken". Dieses Territorium haben wir Ärzte ausschließlich den Krankenschwestern übertragen, da sich die meisten von uns der Widmung dieses Problems gern entziehen.

Von diesem Moment an begann ich wie so oft zu lesen, um diesen Thema näher zu kommen. Während meiner Zeit als Medizinstudent, erinnere ich mich nicht, diesbezüglich Informationen erhalten zu haben.

Die Idee, ein Produkt zu kreieren, das zwei von den vier Grundpfeilern (um den Auflagedruck zu reduzieren) verbindet, kam rasch. Wir entwarfen verschiedene lokale Protektoren ausgestattet mit alternierenden Luftkammern, die wie Lagerungssysteme funktionieren und einen Schutz "in situ" gewährleisten sowie einen zyklischen Wechsel der Auflageflächen erlauben. Darüber hinaus wurden Mikroporen hinzugefügt, um eine direkte Luftzirkulation auf die betreffende Hautzone zu ermöglichen. Somit werden Feuchtigkeit und Reibungskoeffizient reduziert, zwei Faktoren, die die Mazeration der Haut und die daraus folgende Entstehung von Druckgeschwüren begünstigt.

Auf der Suche nach Informationen über eine geeignete Substanz, die es ermöglicht die zu behandelnde Hautzone zu aromatisieren und zu belüften, stießen wir auf eine Forschungsstudie, durchgeführt von der Ruhr-Universität Bochum, bei der verschiedene Riechrezeptoren in den Hautzellen entdeckt wurden. Darunter der sogenannte ORZAT4-Riechrezptor, welcher durch einen synthetischen Sandelholzduft, genannt Sandalore® aktiviert wird und die Wundheilung um 33 Prozent beschleunigt.

Auch wenn die Laborergebnisse noch nicht komplett praxiserprobt sind, da sie von mehreren Variablen abhängen, haben wir den Beginn einer Praxis-Studie organisiert, um die Wirksamkeit dieser neuartigen Therapie zu beweisen. Mit dem Ziel: Verkürzung der Wundheilungsdauer und des Krankenhausaufenthalts sowie Einsparungen bei den Ausgaben für die sanitäre Versorgung. (in Spanien werden jährlich 600 Millionen Euro, im Vereinigten Königreich sogar mehr als 2000 Millionen Pfund zur Heilung von Druckgeschwüren ausgegeben).

Wir sind voller begründeter Erwartung unsere Ziele zu erreichen und somit die Lebensqualität betroffener Patienten erheblich zu verbessern.