Erster Zwischenbericht veröffentlicht: Ausbildungsoffensive in der Altenpflege zeigt Wirkung

21.01.2015
Foto: Pflegerin mit älterer Frau

Mit bundesweit 26.740 Eintritten in eine Altenpflegeausbildung wurde ein neuer Spitzenwert erreicht; © panthermedia.net/Alexander Raths

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend legte kürzlich den Zwischenbericht zur "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege" vor. Ein erstes Ergebnis: Die stationären und ambulanten Altenpflegeeinrichtungen stellen mehr Ausbildungsplätze und die Länder mehr Schulplätze zur Verfügung.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zieht eine positive Bilanz. "Ich freue mich, dass wir – gemeinsam mit den rund 30 Partnern aus Bund, Ländern und Verbänden – dem Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegentreten. Der Zwischenbericht zeigt, dass die im Rahmen der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen. Im Schuljahr 2013/2014 haben sich so viele Personen wie nie zuvor für eine Altenpflegeausbildung entschieden."

Mit bundesweit 26.740 Eintritten in eine Altenpflegeausbildung wurde ein neuer Spitzenwert erreicht. Hinzu kommt, dass die im Rahmen der Offensive vereinbarte Steigerungsrate von zehn Prozent mit bundesweit insgesamt 14,2 Prozent deutlich übertroffen wurde.

Mittlerweile besteht in neun Bundesländern Schulgeldfreiheit, in weiteren drei Bundesländern sind eine ausreichende Anzahl kostenfreier Schulplätze vorhanden.

"Der Pflegebedarf wächst und hochwertige Pflege braucht Menschen, die gut qualifiziert sind", unterstreicht Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. "Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit helfen wir lebens- und berufserfahrene Menschen für eine Altenpflegeumschulung zu gewinnen. Bis zur Halbzeit der Offensive sind über 9.000 Personen in eine geförderte Umschulung in der Altenpflege eingetreten. Damit leistet die Arbeitsmarktpolitik einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Altenpflege."

Ergänzend erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Ich freue mich sehr, dass pünktlich zum Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege deutlich steigt. Damit zeigt die Pflegeoffensive, die die Bundesregierung zusammen mit den Ländern und Verbänden angestoßen hat, ihre Wirkung. Noch nie hatten wir so viele Auszubildende in Pflegeberufen. Das ist ein gutes Zeichen. Und das muss für alle Beteiligten Ansporn sein, alles dafür zu tun, dass sich dieser Trend fortsetzt."

Auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, begrüßt die Entwicklung und betont: "Mit dem Anerkennungsgesetz und den Informations- und Beratungsangeboten der Bundesregierung wurde ein wichtiger Beitrag zur Arbeitsmarktintegration ausländischer Pflegekräfte geschaffen. Jetzt muss es darum gehen, die Umsetzung in den Ländern weiter voranzutreiben und zu vereinheitlichen, vor allem durch die von allen Seiten befürwortete zentrale Gutachtenstelle für die Gesundheitsberufe."

Um dem wachsenden Fachkräftebedarf in der Altenpflege zu begegnen, startete die Bundesregierung im Dezember 2012 unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Beteiligung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege."

Die Ziele:
• die stufenweise Steigerung der Ausbildungszahlen bis 2015,
• die Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern zur Altenpflegefachkraft,
• die Steigerung der Attraktivität des Berufsfeldes z.B. durch verbesserte Gesundheitsförderung, einen ausgewogeneren Personalmix, leistungsgerechte Vergütung,
• die Wiedereinführung der dreijährigen Umschulungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit für die Laufzeit der Offensive bei gleichzeitiger Stärkung der Möglichkeit zur Ausbildungsverkürzung bei entsprechenden Vorkenntnissen und
• die Weiterentwicklung der Pflegeberufe.

Partner der Offensive sind neben den beteiligten Bundesministerien die vier Fachministerkonferenzen der Länder (ASMK, GFMK, KMK und JFMK), die Kommunen, die Wohlfahrtsverbände und die Verbände der privaten Einrichtungsträger, die Berufs- und Fachverbände der Altenpflege, die Kostenträger, die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, die Gewerkschaft ver.di sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Seit dem 13. Dezember 2012 hat zudem das "Beratungsteam Altenpflegeausbildung" seine Arbeit aufgenommen. Es ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) angesiedelt. Rund 30 Mitarbeiter beraten vor Ort in ganz Deutschland Pflegeeinrichtungen, Altenpflegeschulen sowie alle an der Altenpflegeausbildung Interessierten zu bundes- und landesrechtlichen Fragen und organisieren Ausbildungsverbünde sowie Netzwerke.

REHACARE.de; Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Mehr über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter: www.bmfsfj.de
Umfassende Informationen zur Ausbildung in der Altenpflege unter: www.altenpflegeausbildung.net