Forschungsprojekt: iCare hilft bei der Suche nach an Demenz erkrankten Menschen

21/12/2015
Foto: Ältere Dame mit Rollator

Das Assistenzsystem iCare kann künftig dabei helfen, Menschen mit Demenz, die sich beispielsweise verlaufen haben, wiederzufinden; © panthermedia.net/FamVeldman

iCare heißt ein von der Internationalen Bodenseehochschule (IBH) gefördertes Forschungsprojekt, das die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Ravensburg gemeinsam mit Projektpartnern derzeit verwirklicht. Ein studentisches Projekt am Campus Fallenbrunnen der DHBW Ravensburg war der Ausgangspunkt – inzwischen wird bereits ein Prototyp entwickelt, der Anfang kommenden Jahres in einem Heim für an Demenz erkrankte Menschen zum Einsatz kommen soll.

Um was handelt es sich bei iCare? Das Projekt war ursprünglich eine von Prof. Dr. Andreas Judt von der DHBW Ravensburg betreute studentische Arbeit für den Wettbewerb Imagine Cup. Es basierte darauf, an Demenz erkrankte Menschen mit Kleinstrechnern an der Kleidung auszustatten. Das vermeidet aufwändige Suchaktionen, denn oftmals finden sie den Weg von alleine nicht mehr nach Hause. Hier helfen die unsichtbaren Assistenzsysteme, Passanten können sie so über ihr Handy und ein darin aktiviertes Programm orten – davon bekommen die Handybesitzer selbst nichts mit. Gleichzeitig wird eine Leitstelle direkt über den Aufenthaltsort der Vermissten informiert. Die Verarbeitung der Daten erfolgt dabei anonym und unter Einhaltung des Datenschutzes.

Was als studentische Arbeit begann, hat sich nun zu einem Forschungsprojekt entwickelt. "Unser Ziel ist es auf der einen Seite, Menschen mit Hilfebedarf so lange wie möglich ein selbstständiges Leben zu Hause zu ermöglichen und gleichzeitig die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Auf der anderen Seite unterstütz iCare natürlich auch die Pflegeeinrichtungen bei ihrer Arbeit", erklärt Prof. Dr. Andreas Judt. Für die DHBW Ravensburg sind die Studiengänge Informatik und Wirtschaftsinformatik mit im Forschungsboot, dazu kommt das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen.

Eine weitere Herausforderung für die Wissenschaftler ist es, bestehende Hilfssysteme in der häuslichen Pflege in iCare zu integrieren. Das System könnte zusätzlich zu seiner "Suchfunktion" auch weitere Notsituationen im häuslichen Umfeld erkennen.

Die Wissenschaftler haben bereits Kontakt aufgenommen mit Pflegeeinrichtungen und -organisationen. In Kooperation mit einem Träger von Seniorenheimen soll ab Anfang kommenden Jahres ein erster Prototyp von iCare getestet werden. Davon erhoffen sich die Beteiligten wichtige Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Technik.

Interesse gezeigt hat inzwischen auch der Landesverband der Lebenshilfe. Prof. Dr. Andreas Judt ist in den Landesvorstand der Lebenshilfe gewählt worden, um als Wissenschaftler zusätzliche Impulse für Menschen mit speziellem Hilfsbedarf geben zu können.

REHACARE.de; Quelle: Duale Hochschule Baden-Württemberg

Mehr über die Duale Hochschule Baden-Württemberg unter: www.dhbw-ravensburg.de