Gerd Schönfelder beendet paralympische Laufbahn

Foto: Gerd Schönfelder auf Skiern 

Nach der IPC-Weltmeisterschaft im italienischen Sestriere gab Gerd Schönfelder bekannt, dass er nach 20 Jahren seine paralympische Karriere beenden wird.

Gerd Schönfelder aus Kulmain (Oberpfalz) gehörte 20 Jahre dem Deutschen Paralympic-Skiteam an. In dieser Zeit hat er bei Paralympics und Weltmeisterschaften insgesamt 30 Titel gewonnen. „Der paralympische Alpinsport hat sich seit 1990 enorm entwickelt“, sagte Schönfelder. „Mittlerweile ist alles hochprofessionell. Unser Trainings-, Reise- und Wettkampfeinsatz unterscheidet sich kaum noch von dem der Nichtbehinderten.“ Das hohe Pensum, oft unter erschwerten Bedingungen, lasse zu wenig Zeit für Privates und für die Familie. Mit seiner Frau Christina hat Schönfelder zwei kleine Kinder.

„Ich blicke glücklich auf eine wundervolle ereignisreiche Zeit mit vielen emotionalen Höhepunkten zurück“, sagte Schönfelder. „Ich bedanke mich bei allen, die mich in dieser Zeit unterstützt und gefördert haben: bei Trainern und dem Team, bei Serviceleuten, Ärzten und Physiotherapeuten sowie bei den Sponsoren, den Ausrüstern, den Fachverbänden, der Deutschen Sporthilfe und den Medien, die meine Karriere begleitet haben.“

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, würdigte Gerd Schönfelder als den „König des Skisports: Er ist nicht nur ein Aushängeschild unserer Paralympics-Spitzensportler, sondern weit darüber hinaus ein Vorbild für alle Sportlerinnen und Sportler, sowohl für nicht behinderte als auch für behinderte. Mit seinem Können und seiner Ausdauer hat er vorgelebt, wie Sport dazu beiträgt, mit Handicaps umzugehen.“

Gerd Schönfelder hat bei sechs Paralympics- und fünf WM-Teilnahmen 30mal Gold errungen. Mit 22 paralympischen Medaillen, davon 16 goldenen, ist er der erfolgreichste Paralympics-Teilnehmer in der Geschichte des Behindertensports. Außerdem gewann er achtmal den Gesamtweltcup.

Für diese außergewöhnlichen Leistungen erhielt er zahlreiche Ehrungen: Viermal wurde ihm vom Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt überreicht. 2004 und 2010 verlieh ihm der Ministerpräsident des Freistaats Bayern den Bayerischen Sportpreis. 2006 und 2010 wurde er bei der Sportlerwahl des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) zum Behindertensportler des Jahres gewählt. Im vergangenen Jahr wurde ihm als Krönung seiner dauerhaften Höchstleistungen als erstem deutschem Sportler der Juan Antonio Samaranch IOC Disabled Athlete Award verliehen.

Schönfelders freiwilliger Rückzug vom internationalen Spitzensport ist kein Abschied vom Sport. „lch habe eine Trainerlizenz, möchte meine Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben und will im Förderverein des Paralympic-Skiteams mitwirken“, kündigte er an. „Außerdem werde ich im Marketing tätig sein und Vorträge halten, um aus meinen Erfahrungen andere zu motivieren.“

REHACARE.de; Quelle: Deutscher Behindertensportverband e.V.

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