Gesund älter werden im Quartier

16.12.2016

Forever young, für immer jung: das muss nicht unbedingt sein. Aber lange leben, körperlich und geistig fit, selbstständig, selbstbestimmt und gesellschaftlich integriert, das wünschen sich doch die meisten. In einer alternden Gesellschaft gewinnt die Gesundheitsförderung und Prävention deshalb zunehmend an Bedeutung, für jeden Einzelnen – und auch für den Gesetzgeber.

Foto: Zwei ältere Damen gehen spazieren; Copyright: panthermedia.net/Bernd Kröger

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in ihrem bundesweiten Wettbewerb "Gesund älter werden in der Kommune" auch Präventionsprojekte einiger Kommunen ausgezeichnet; © panthermedia.net/Bernd Kröger

So hat der Bundestag etwa das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention im Alter verabschiedet, das am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. "Gesund im Alter" ist eines der im Präventionsgesetz verankerten Ziele. "Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!", betont auch Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), im Interview für die aktuelle Ausgabe von Pro Alter. Aber es gebe immer noch zu viele Nischen, in denen bisher überhaupt noch keine Präventionsprojekte entwickelt worden seien, kritisiert die vdek Vorstandsvorsitzende.

Auch der Stuttgarter Chefarzt für Geriatrie, Clemens Becker, sieht Nachholbedarf: Eine Versorgung, die überwiegend heilend und lindernd handelt, werde den Anforderungen einer modernen Gesellschaft nicht mehr gerecht, schreibt Becker in seinem Beitrag für ProAlter. Dagegen seien Prävention und Rehabilitation die sinnvolleren und auch gesundheitsökonomisch effektiveren Maßnahmen in einer alternden Gesellschaft. Aber ihre Möglichkeiten würden in Deutschland nicht ausgeschöpft, betont Becker.

Aber es sind auch positive Tendenzen zu beobachten: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in ihrem bundesweiten Wettbewerb "Gesund älter werden in der Kommune" auch Präventionsprojekte einiger Kommunen ausgezeichnet. ProAlter stellt nicht nur die prämierten Projekte vor, sondern auch Möglichkeiten für die individuelle Gesundheitsprävention: Treppen steigen statt Aufzug fahren, sich einer Laufgruppe anschließen oder moderne Technik wie Fitnessarmbänder und Smartphone-Apps nutzen. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst.

So wie Hubert Jall. Der emeritierte Professor für soziale Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München-Benediktbeuern ist leidenschaftlicher Radfahrer und war sogar in Südafrika mit seinem Fahrrad unterwegs. Hier lebte der 66-Jährige als "Senior Expert" einige Wochen in einem Slum und arbeitete ehrenamtlich an einem Schulprojekt mit. In Pro Alter erzählt Hubert Jall, warum er den Übergang vom Berufsleben ins Rentnerdasein als Altersdiskriminierung empfindet und was ehrenamtliche Arbeit im Ausland für ihn bedeutet.

REHACARE.de; Quelle: Kuratorium Deutsche Altershilfe - Wilhelmine Lübke Stiftung e. V.

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