Große Hilfe für die ganz Kleinen

01.09.2016

Bei der Versorgung mit Hilfsmitteln für Kinder mit kognitiven und körperlichen Einschränkungen kommt es auf viele Aspekte an. Im Idealfall begleiten die Alltagshelfer die Kleinen durch die Kindheit bis ins Erwachsenenalter und sind dabei stets individuell auf ihre Anforderungen und Bedürfnisse angepasst.

Foto: Mädchen im Rollstuhl und eine Frau, die neben ihr steht; Copyright: panthermedia.net/martin bowra

© panthermedia.net/martin bowra

Wenn es um die Auswahl und Anpassung des richtigen Hilfsmittels geht, sollten das Kind und seine individuellen Bedürfnisse ganz klar im Vordergrund stehen. Wenn der Nachwuchs etwa aufgrund von Mobilitätseinschränkungen nicht in der Lage ist, selbst einen Rollstuhl zu fahren, kann ein flexibler Reha-Buggy, oder auch Reha-Kinderwagen, sinnvoll sein. Er unterscheidet sich optisch kaum von anderen Modellen und stellt in der Regel eine gute Vorbereitung auf den Wechsel zum Rollstuhl dar. Ist dieser dann erfolgt, ist es inzwischen auch durchaus üblich, dass die Sitze von beispielsweise Aktiv-Rollstühlen immer weiter mit dem Kind mitwachsen können.

Gerade für Kinder ist es wichtig, dass der Umgang und die Handhabung einfach und intuitiv erfolgen können, damit ihnen die Gewöhnung leichter fällt. Ein fast schon spielerischer Herangang kann Kindern helfen, die Schwierigkeiten mit der Sprache oder dem Sprechen haben. Spezielle Apps, in denen man mit Bildabfolgen Sätze bilden kann, oder mit den Kindern interagierende Roboter können sie dabei unterstützen, für sie schwierige Kommunikationssituationen besser zu bewältigen.

Auf diesem Weg können Kinder nicht nur im privaten Alltag, sondern auch in der Schule profitieren. Apps oder Sprachausgabegeräte wie Talker und andere Hilfsmittel im Rahmen der sogenannten Unterstützten Kommunikation überwinden eventuell bestehende Barrieren und können so ihren Teil zur sozialen Teilhabe beitragen. Und gerade im Lebensraum Schule können spezielle Schulstühle für Kinder mit Konzentrations- und Lernschwäche sowie gesteigertem Bewegungsdrang schon hilfreich sein. Sie fördern die Konzentration durch ein Ausbalancieren beim Sitzen und haben eine spezielle Sitzform, um eine optimale Hüft- und Beckenpositionierung zu gewährleisten. Die Firma Thomashilfen bietet hier verschiedene Modelle an, die sich unter anderem für Kinder mit AD(H)S oder Autismus eignen können. Hauptaugenmerk liegt bei diesen Stühlen darauf, dass sie sich möglichst dezent in die gesamte Bestuhlung des Klassenraumes einfügen und so keinen Sonderstatus erzeugen.

Kompetente Beratung ist das A und O

Bei der Auswahl der passenden Hilfsmittel ist es für Eltern und Kinder gleichermaßen wichtig, dass sie kompetent beraten werden – von Menschen, die sich auf die Hilfsmittelversorgung von Kindern mit Behinderung spezialisiert haben und im besten Fall auf langjährige Erfahrungen zurückblicken können.

Ein möglicher Ansprechpartner hierfür ist das Netzwerk pädiVital. In diesem Zusammenschluss von 29 Gesundheitsfachbetrieben liegt der Schwerpunkt auf der Kundenorientierung: Kinder mit Behinderung und ihre individuellen Bedürfnisse stehen hier im Vordergrund. Das Kompetenz-Netzwerk möchte mit einem umfassenden und persönlich zugeschnittenem Beratungsangebot dazu beitragen, die Situation behinderter Kinder zu verbessern und innerhalb der Gesellschaft ein breiteres Verständnis für die Hilfsmittelversorgung von Kindern zu erreichen.

Foto: Nadine Lormis; Copyright: B. Frommann

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Nadine Lormis
REHACARE.de

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