Herausforderungen des demographischen Wandels für den Arbeitsmarkt

23.03.2015
Foto: Pflegerin und Arzt mit älterer Frau

Der demographische Wandel betrifft vor allem die Pflege bereits heute schon; © panthermedia.net/Jean-Paul CHASSENET

Der demographische Wandel, der das Gleichgewicht von Jung und Alt immer weiter verschiebt, stellt eine große Herausforderung für das gesamte Wirtschaftssystem dar – mit zahlreichen Auswirkungen auch auf die Arbeitswelt. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter nimmt ab, gleichzeitig steigt die Zahl derer, die auf Betreuung angewiesen sind.


Ganz unmittelbar und massiv betrifft der demographische Wandel daher die Berufsfelder Pflege und Soziale Arbeit, wo immer weniger Beschäftigte mehr Arbeit in der Betreuung, Beratung und Pflege älterer Menschen leisten und sich zudem auf eine längere Lebensarbeitszeit einrichten müssen. Hier macht sich der demographische Wandel bereits heute bemerkbar.

Die Herausforderungen des demographischen Wandels zu meistern erfordert Innovationen in den betroffenen Organisationen. Wichtige Voraussetzung: innovative, gesunde und leistungsfähige Beschäftigte. Deren Innovationsfähigkeit wird zur Schlüsselkompetenz, die es zu erhalten und zu fördern gilt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäische Sozialfonds (ESF) haben in den vergangenen drei Jahren mit insgesamt 1,2 Mio. Euro ein Projekt gefördert, das die Innovationsfähigkeit und Innovationskompetenzen von in der Pflege und in sozialen Berufen Beschäftigten in verschiedenen Lebensphasen untersucht (Titel: "Innovations- und Demographiemanagement in Gesundheits- und Sozialberufen", InnoGESO). Ziel des Projektes: Maßnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, bisher nicht genutzte Innovationspotenziale besonders älterer Beschäftigter in der Pflege und im Sozialwesen zu erschließen.

Folgenden Fragestellungen haben sich die Verbundpartner des Projektes gewidmet: Unter welchen Bedingungen können Beschäftigte an Innovationsprozessen teilnehmen und ihre Innovationsfähigkeit optimal entfalten und erweitern? Und welche Faktoren begünstigen oder hemmen das innovative Verhalten?

Geleitet wurde das Projekt von der Psychologin Dr. Barbara Hinding, von dem an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelten Mannheimer Institut für Public Health (MIPH). Sie und ihre Arbeitsgruppe beschäftigten sich vor allem mit psychologischen Aspekten dieser Fragestellungen, wohingegen sich die Katholische Hochschule Freiburg mit spezifischen Aspekten der Arbeit im Sozialwesen und der Zusammenarbeit der Generationen befasste und die Universität Witten/Herdecke die Pflege im Krankenhaus und die Zusammenarbeit in altersgemischten Gruppen in den Fokus ihrer Untersuchungen stellte.

Durch Interviews mit Führungskräften und Mitarbeitern, Workshops mit Abteilungs- und Stationsleitern mit dem Schwerpunkt Innovation sowie zwei Befragungen mit insgesamt 1.400 Teilnehmern konnten die Wissenschaftler sowohl hemmende als auch unterstützende Faktoren für ein innovatives Verhalten ausmachen, die für Beschäftigte in Sozial- und Gesundheitsberufen eine zentrale Rolle spielen.

Nicht überraschend wurde eine hohe Arbeitsbelastung als Hemmschuh der Innovationsfreudigkeit identifiziert. Innovationsfördernd ist hingegen eine wertschätzende Unternehmenskultur – eine wertschätzende Haltung der Führung wie auch ein von Wertschätzung geprägtes Teamklima, welches Kooperation statt Konkurrenz fördert. Denn: Wertschätzung fördert psychische Leistungsreserven der Mitarbeiter und schafft damit gleichzeitig eine positive Einstellung zu Innovationen.

REHJACARE.de; Quelle: Universitätsmedizin Mannheim

Mehr über die Universitätsmedizin Mannheim unter: www.umm.de