Hilfen für Menschen mit Demenz besser vernetzen

07.11.2016

Damit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen adäquat geholfen werden kann, bedarf es vielfältiger und komplexer Unterstützung. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme in Rheinland-Pfalz legt nun das iso-Institut Saarbrücken neue Ergebnisse zur Vernetzung von Hilfen für Menschen mit Demenz vor.

Foto: Älteres Paar benutzt gemeinsam ein Tablet; Copyright: panthermedia.net/Dmitriy Shironosov

Die Vernetzung von Hilfeangeboten für Menschen mit Demenz soll weiter vorangetrieben werden; © panthermedia.net/Dmitriy Shironosov

Das Thema Demenz rückt zunehmend in den Blickpunkt der allgemeinen Öffentlichkeit, weil immer mehr Menschen direkt bzw. indirekt von der Krankheit betroffen sind. In den letzten Jahren wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, eine adäquate Hilfestruktur für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu entwickeln. Vor allem bei der Kooperation und Koordination der verschiedenen Hilfeanbieter bestehen jedoch noch erhebliche Handlungserfordernisse. Häufig wird nur an einem einzelnen Versorgungssegment angesetzt und die Vernetzung der verschiedenen Instanzen ist nicht im Blick. Dabei behindern Versorgungsbrüche an den Schnittstellen zwischen häuslicher und stationärer Versorgung, zwischen beruflichen Professionen und zwischen den verschiedenen Kostenträgern die Umsetzung patientenorientierter Konzepte und erzeugen so unnötigen Leidensdruck bei den Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Darüber hinaus verursachen sie immense Kosten, wenn zum Beispiel durch mangelnde Vernetzung häusliche Pflegearrangements frühzeitig scheitern oder es zu vermeidbaren Krankenhauseinweisungen kommt.

Das Land Rheinland-Pfalz hat auf diese Herausforderungen reagiert und die Bildung von bislang rund 40 regionalen Demenznetzwerken unterstützt, die die Vernetzung von Hilfeangeboten für Menschen mit Demenz vorantreiben sollen. Die Netzwerke sind zentrale Anlaufstellen für alle, die sich über Demenz informieren und sich an der Netzwerkarbeit beteiligen möchten. Zudem organisieren die Netzwerke in Kooperation mit ihren Verbundpartnern Veranstaltungen zur Aufklärung der Bevölkerung oder zum Wissensaufbau bei professionell Tätigen.

Um eine Datengrundlage für die strategische Weiterentwicklung der Netzwerke zu erhalten, hat die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) Ende 2014 im Auftrag des Sozialministeriums Rheinland-Pfalz die Erhebung einer Studie zur Situation der Demenznetzwerke in Rheinland-Pfalz veranlasst. Diese Studie wurde vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso), Saarbrücken durchgeführt. Der methodische Schwerpunkt lag auf einer standardisierten Befragung der Netzwerkkoordinatoren. Die Ergebnisse haben wichtige Erfolgsfaktoren für die rheinland-pfälzische Netzwerkarbeit aufgezeigt. Besonders wichtig ist eine funktionierende Netzwerkkoordination, die Verständigung auf gemeinsame Ziele, eine gute Planung der Arbeitsprozesse sowie deren Abstimmung und Gestaltung. Darüber hinaus benötigen erfolgreiche Netzwerke eine passende Zusammensetzung aus Akteuren mit dem entsprechenden Knowhow und mit ausreichend zeitlichen Ressourcen. Auch die Finanzierung, z.B. über Mitgliederbeiträge, hat Einfluss auf das Gelingen der Netzwerkarbeit.

REHACARE.de; Quelle: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso)

Mehr über das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso) unter: www.iso-institut.de/