Foto: Joachim Schäfer, Messegeschäftsführer mit Läufern

Foto: Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, mit den Läufern des REHACARE-Partnerlaufs kurz vor dem Start auf der Düsseldorfer Kö am 06. September 2015; © Messe Düsseldorf / Constanze Tillmann

 
 

Inklusion hautnah beim Düsseldorfer REHACARE-Partnerlauf

08.09.2015

Die Königsallee ist Düsseldorfs bekannteste Straße und steht für Eleganz und Luxus. Am vergangenen Sonntag zeigte sich unsere edle Shopping-Meile aber von ihrer sportlichen Seite. Zum 28. Stadtwerke Düsseldorf Kö-Lauf kamen Laufbegeisterte in Shorts und Turnschuhen, um in außergewöhnlicher Atmosphäre in die Zielgerade zu gehen. Und als Sponsoren des REHACARE-Partnerlaufs starteten wir bereits zum fünften Mal unsere eigene Aktion für mehr Inklusion.

Wenn ein Mensch mit und ein Mensch ohne Behinderung im gelben Trikot gemeinsam eine Runde um die Kö laufen, bleibt nur eines stehen – und zwar die Zeit. Denn das Besondere ist, dass die Wettkämpfer nicht gegen die Uhr laufen und das Rennen so zu einem sportlichen Erlebnis wird, das nicht ausgrenzt. Auch zehn unserer Kolleginnen und Kollegen traten die etwa einen Kilometer lange Runde an.

 
 
Foto: Läuferpartner - Mann hält Frau im Arm

Foto: Zwei haben sich gefunden für den REHACARE-Partnerschaftslauf auf der Düsseldorfer Kö

 
 
 
 

REHACARE macht mobil

Interview mit Horst Giesen, Direktor REHACARE

Mit dem REHACARE Partnerlauf beginnt der Countdown zu unserer internationalen Fachmesse, die vom 14.10.2015 bis 17.10.2015 rund um Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege informiert. Das Sport-Event ist also nur ein Beispiel dafür, wie wir mit der REHACARE "Inklusion leben, statt nur darüber zu reden".

Was genau dahintersteckt, und wie Sport zu Inklusion und Integration von Menschen mit Behinderung beitragen kann, hat uns der Direktor der REHACARE, Horst Giesen, verraten:

1. Seit wann gibt es den REHACARE Partnerlauf schon, und wie ist die Idee dazu entstanden?
Es gab schon vor dem Partnerlauf über Jahre einen "Behindertenlauf". Dort nahmen allerdings nur Menschen mit Behinderung teil. Vor rund vier Jahren kam der Veranstalter des Kö-Laufs auf uns zu, um die Messe Düsseldorf als Sponsor zu gewinnen. Wir haben unter der Bedingung zugestimmt, dass der Behindertenlauf in einen Partnerlauf modifiziert wird, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam laufen. Damit soll signalisiert werden, dass Inklusion machbar ist und Menschen mit Behinderung nicht am Rande unserer Gesellschaft stehen. Vielmehr sind sie inklusiver Bestandteil.

2. Es gibt für den REHACARE Partnerlauf keine Zeitmessung und keine Vorgaben, trotzdem beinhaltet er ein ganz besonderes Erfolgserlebnis. Können Sie das näher erklären?
Es kommt auf das gemeinsame Erlebnis an und nicht auf individuelle Erfolge. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, wenn unsere Partner-Teams gemeinsam den Wettbewerb in Angriff nehmen. Und natürlich hat die Kö ein einmaliges Flair, das alle Teilnehmer genießen.

3. Inwiefern ist Laufen mehr als andere Sportarten ein sportliches Erlebnis, das Inklusion lebendig werden lässt?
Um loszulaufen, braucht man keine spezielle Ausrüstung. Man kann einfach damit anfangen und schnell die eigenen Ergebnisse verbessern. Für viele ist es leichter, mit einem Partner zu trainieren, der sie motiviert. Laufen ist also ein Sport, der verbindet. Aber Inklusion ist selbstverständlich nicht nur darauf beschränkt. In vielen Sportarten können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam aktiv sein.

4. Es heißt "REHACARE macht mobil" – mit welchen Angeboten schaffen Sie das?
Schon seit vielen Jahren haben wir bei der REHACARE eine ganze Messehalle für den Sport, das REHACARE Sport-Center reserviert. Darin werden Turniere ausgetragen und sportliche Aktivitäten gezeigt. Außerdem haben die Messebesucher die Möglichkeit, verschiedene Sportarten auszuprobieren und so einen Einblick in den Behindertensport zu gewinnen.

5. Haben Sie einen Tipp, wie jeder von uns etwas für die Inklusion im Alltag leisten kann?
Inklusion fängt im Kopf an. Wichtig erscheint mir, dass wir uns viel stärker als bisher dem Thema Behinderung ohne Vorurteile und Berührungsängste stellen. Das fängt bei inklusiven Kindergärten an, geht über inklusiven Unterricht in allen Schularten und zieht sich weiter ins Arbeitsleben. Man sollte also Kontakte suchen und ihnen nicht aus dem Weg gehen.

 
 

Trendthema "Sportlich, sportlich"

Die REHACARE ist unser Beitrag dazu, Menschen mit Behinderung, Pflegebedarf und chronischen Krankheiten das Leben leichter zu machen. Besonders das Thema Behindertensport liegt uns schon seit vielen Jahren am Herzen. Wie Herr Giesen im Interview schon erklärt hat, ist die Halle 7A der Treffpunkt für alle sportbegeisterten Messebesucher. Dort erwartet sie ein abwechslungsreiches Programm mit Mitmach-Aktionen, Turnieren und Vorführungen unseres Kooperationspartners, dem BRSNW Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V..
In diesem Jahr feiern wir übrigens ein Jubiläum: Vor 30 Jahren zeigten wir im Sport-Center erstmals, welche Sportarten auch mit Behinderung mühelos betrieben werden können.

Wir freuen uns, auch heute noch spannende Ideen und Anregungen für sportliche Betätigung und Freizeitgestaltung zu präsentieren. Wie wäre es zum Beispiel mit Chairskating? Auf der REHACARE führt der querschnittsgelähmte Sportler David Lebuser sein Können in der in Deutschland noch recht unbekannten Sportart vor. Lebsuer ist Deutschlands erster professioneller Rollstuhlskater/Chairskater. Im REHACARE-Forum berichtet der Rollstuhl-Akrobat über seine erfolgreiche sportliche Laufbahn.

Kein Wunder also, dass eines unserer diesjährigen Trendthemen auf der REHACARE "Sportlich, sportlich" lautet.

Quelle: Messe Düsseldorf GmbH