Jugend-forscht-Sonderpreis für elek­tro­ni­schen Blin­denführ­hund

23.05.2016

Zwei Schüler des Kopernikus-Gymnasiums Wasseralfingen in Aalen haben einen Roboterhund entwickelt, der sehbehinderten Menschen eine originelle Alternative zu Taststock und Blindenführhund sein kann. Dafür erhalten Alexander Bayer (17) und Niklas Gutsmiedl (16) den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Baden-Württemberg der Stiftung "Jugend forscht" vergeben.

Foto: Schüler mit elektronischem Blindenführhund; Copyright: CBM/Kai Strümpfel

Niklas Gutsmiedl (l.) und Alexander Bayer haben einen einen Roboterhund entwickelt, um Menschen mit Sehbehinderungen das Leben zu erleichtern; © CBM/Kai Strümpfel

"Das Sehen ist der wichtigste Sinn, über den wir verfügen", finden Alexander und Niklas. Umso schlimmer, wenn dieser Sinn durch Alterserkrankungen oder Behinderungen eingeschränkt ist. Um möglichst vielen Menschen mit Sehbehinderungen Unterstützung zu bieten, haben die beiden Jugendlichen einen mobilen Helfer entwickelt, der weniger kostet als ein Blindenführhund (Kosten mindestens 10.000 Euro) oder ein von Wissenschaftlern entwickelter Roboter.

Dafür haben sie eine neue Programmiersprache gelernt, Holzplatten gefräst, an Sensoren getüftelt und Winkel berechnet. Herausgekommen ist der sogenannte "Blindbot": Auf einen Basketball haben die Schüler ein hüfthohes Gestell montiert, das der Sehbehinderte vor sich her rollt. An dieser Konstruktion sind verschiedene technische Kniffs installiert: Das Gefährt kann zum Beispiel wie ein Navigationsgerät auf zuvor eingegebenen Routen führen und die Richtung per Sprachsteuerung vorgeben. Bei neuen Wegen nimmt der "Blindbot" über Sensoren Hindernisse war und warnt per Vibrationsalarm am Haltegriff davor. Und weil der "Blindbot" mit dem Basketballfuß dem Sehbehinderten vorausfährt, spürt dieser schon kleinste Bodenunebenheiten direkt über den Haltegriff. Für diese Entwicklung bekommen Alexander Bayer und Niklas Gutsmiedl den CBM-Sonderpreis.

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Prämiert werden Arbeiten, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern oder sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen. Gewinnen können außerdem Ideen, die einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit hier und in Entwicklungsländern leisten. Denn weltweit gibt es rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, 80 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.

REHACARE.de; Quelle: Christoffel-Blindenmission (CBM)

Mehr über die Christoffel-Blindenmission unter: www.cbm.de