Kompetenznetzwerk zu Inklusion an Schulen entsteht an der TU Chemnitz

26.08.2016

Seit August 2016 arbeiten in Sachsen Inklusionsassistenten an ausgewählten Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, Schulen zur Lernförderung sowie an berufsbildenden Schulen aller Schularten. Sie unterstützen die Lehrer hinsichtlich des gemeinsamen Lernens von Schülern mit und ohne Behinderung und helfen bei Lern- und Integrationsprozessen im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereich.

Foto: Schülerin im Rollstuhl sitzt mit Lehrerin zusammen an einem Tisch; Copyright: panthermedia.net/Wavebreakmedia

Die Professur Allgemeine und Biopsychologie an der TU Chemnitz begleitet fünf Jahre lang Sachsens Vorhaben zum Inklusionsassistenten wissenschaftlich; © panthermedia.net/Wavebreakmedia

Für den Einsatz von insgesamt 180 Inklusionsassistenten stehen bis zum Ablauf des Schuljahres 2020/21 aus dem Europäischen Sozialfonds und aus Landesmitteln rund 51 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, bereits bestehende schulische Inklusionsprozesse zusätzlich und nachhaltig zu unterstützen.

Das sächsische Inklusionsprojekt wird über den gesamten Zeitraum von der Professur Allgemeine und Biopsychologie der Technischen Universität Chemnitz wissenschaftlich begleitet. "Wir untersuchen die so angestoßenen Bildungsprozesse in der Praxis und schaffen außerdem eine Plattform für einen inhaltlichen Austausch zwischen den in ganz Sachsen eingesetzten Inklusionsassistenten, deren Trägern, dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und dem wissenschaftlichen Team der TU Chemnitz", erläutert Prof. Dr. Udo Rudolph, Professor für Allgemeine und Biopsychologie. Das Forschungsvorhaben leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Qualitätsmanagement des Gesamtprojektes "Inklusionsassistent".

Die Chemnitzer Psychologen werden alle Prozesse des Projektes kontinuierlich analysieren. "Hierbei betrachten wir auch die individuelle Entwicklung der inklusiv lernenden Schüler", sagt Projektleiter Dr. Andreas David. Im Mittelpunkt stehen dabei die sozial-emotionalen Kompetenzen der von der Maßnahme direkt begünstigten Schüler, sowie auch deren Leistungsentwicklung, Lernverhalten und Einstellungen zum Lernen. "Zudem ist die Zufriedenheit aller beteiligten Akteure eine notwendige Bedingung für das Gelingen dieses Vorhabens", ergänzt Projektmitarbeiter Stefan Uhlig. "Um gesicherte Aussagen über alle Prozesse und Entwicklungen im Projektverlauf treffen zu können, werden diese Faktoren mittels quantitativer und qualitativer Verfahren wissenschaftlich erhoben, ausgewertet und anschaulich aufbereitet", versichert Prof. Rudolph.

Die Wissenschaftler wollen während der Projektlaufzeit im engen Kontakt mit den Beteiligten kontinuierliche Verbesserungsprozesse anstoßen. Für den Erfahrungsaustausch sind regelmäßige Fachtage und Arbeitstreffen vorgesehen, um eine möglichst breite und transparente Wissensbasis zu schaffen. Alle Maßnahmen werden zudem an der TU Chemnitz über eine Online-Plattform koordiniert. Diese steht den Akteuren über die gesamte Laufzeit als zentrale Kommunikations- und Informationsplattform zur Verfügung. "Ergebnis unserer wissenschaftlichen Begleitung wird schließlich die Entwicklung eines Kompetenzmodells für Inklusionsassistenten sein", so der Chemnitzer Psychologieprofessor und ergänzt: "Es entsteht somit an der TU Chemnitz ein Kompetenznetzwerk zur Inklusion an sächsischen Schulen."

Einfließen wird dabei auch die langjährige Forschungs-, Praxis- und Transfererfahrung der Professur in den Bereichen Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern, Förderung von Kindern mit verhaltens- und leistungsbedingten Besonderheiten, integrative Lerntherapie sowie schulische Inklusion. Das fünfjährige Forschungsprojekt an der TU Chemnitz wird mit rund 586.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und aus Landesmitteln unterstützt.

REHACARE.de; Quelle: Technische Universität Chemnitz

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