Langfassung der Studie zur Barrierefreiheit im TV erschienen

13.01.2017

Menschen mit Behinderung sind noch immer von vielen Medien-Angeboten ausgeschlossen und können deswegen nicht mitreden, wenn Freunde oder Kollegen über das Fernsehprogramm sprechen. Das ist eines der Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Medienanstalten und Aktion Mensch zur Barrierefreiheit, deren Langfassung jetzt online steht.

Foto: Ausschnitt vom Titelblatt der Studie; Copyright: die Medienanstalten/Aktion Mensch

Die Studie zur Barrierefreiheit im TV steht ab sofort als Langfassung zum Download zur Verfügung (siehe Link unten); © die Medienanstalten/Aktion Mensch

Bereits im Oktober 2016 waren im Rahmen eines Panels auf den Medientagen München erste Ergebnisse der Studie diskutiert worden. Die Studie belegt bundesweit erstmals, wie intensiv Menschen mit Behinderung Medien nutzen und welches Marktpotenzial barrierefreie Angebote haben.

Eine Anregung der Gehörlosensportlerin Heike Albrecht, die im Oktober auf dem Podium gefordert hatte, gerade auch mehr unterhaltende und populäre Sendungen zu untertiteln, griff ProSieben Sat.1 denn auch direkt auf: Der Sender kündigte im Nachgang zu der Veranstaltung an, die kommende Staffel von "Germany’s Next Topmodel" erstmals vollständig ab Folge 1 zu untertiteln.

Eine Entscheidung ganz im Sinne der Zuschauer mit Beeinträchtigungen, wie die Langfassung der Studie belegt. Denn obwohl 92 Prozent aller Deutschen mit Behinderung vor allem das Fernsehen als Medium nutzen, stoßen sie noch immer auf viele Barrieren: 86 Prozent der Gehörlosen und rund die Hälfte der Blinden geben an, dass sie den Inhalten "gelegentlich" bis "sehr oft" nicht folgen können. Und 61 Prozent der Gehörlosen wünschen sich mehr Sendungen mit Untertiteln und Blinde mehr Audiodeskriptionen, die beschreiben, was gerade im Bild zu sehen ist.

Die Studie liefert auch Ergebnisse über die beliebtesten TV-Formate: Demnach schauen und hören Nutzer mit Beeinträchtigung jeden Alters am liebsten Spielfilme. Auch Reportagen, Dokumentationen und Nachrichten gehören zu den Formaten mit den meisten Anhängern. Auf der Beliebtheitsskala der 14- bis 49-Jährigen folgen danach Serien und Unterhaltungs-, Game- und Quizshows. Die über 50-jährigen TV-Nutzer schauen auch Magazine, Unterhaltungs- und Polit-Talkshows sehr gern. Die jüngeren Zuschauer mit Beeinträchtigungen dagegen bevorzugen Formate aus dem Bereich Sitcom/Comedy, Reality-TV, Doku-Soaps oder Castingshows.

REHACARE.de; Quelle: die Medienanstalten

Mehr über die Medienanstalten unter: www.die-medienanstalten.de