Langzeitstudie: Körperliche Aktivität im Job schadet Mobilität im Alter

23.04.2014
Foto: Arbeiter trägt Brett

Körperliche Aktivität am Arbeitsplatz gefährdet die Mobilität im Alter, im Gegensatz zu Aktivitäten in der Freizeit; © panthermedia.net/auremar

Egal ob man bei der Arbeit körperlich aktiv ist oder nicht, wer sich in der Freizeit nicht bewegt, gefährdet seine Mobilität in hohem Alter. Von diesen Ergebnissen einer Langzeitstudie berichtet Timo Hinrichs gemeinsam mit finnischen Kollegen.

Hinrichs forschte 2012/2013 dazu als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der Ruhr-Universität Bochum (RUB). In der finnischen Langzeitstudie FLAME (Finnish Longitudinal Study on Municipal Employees) begleitete das Team des Gerontology Research Center and Department of Health Sciences der University of Jyväskylä 6.000 Teilnehmer über 28 Jahre. Hinrichs und seine finnischen Kollegen werteten die Studie aus.

Das zentrale und für die Forscher überraschende Ergebnis: Bei geringer körperlicher Aktivität am Arbeitsplatz ist das Risiko, im Alter Beweglichkeit einzubüßen, kleiner als bei mittlerer bis hoher körperlicher Aktivität. Verringern lässt sich das Risiko durch hohe körperliche Aktivität in der Freizeit.

Den negativen Effekt von viel Bewegung am Arbeitsplatz führt Hinrichs darauf zurück, dass Personen die Bewegungen zum einen oft den ganzen Arbeitstag über ausführen und die Tätigkeiten zum anderen häufig biomechanische Belastungen wie Heben, Tragen und Bücken umfassen. In der Freizeit können ähnliche Bewegungen dagegen positive Effekte auf die Knochendichte und die Muskelkraft haben, wenn sie kontrolliert und in dosiertem Maße ausgeübt werden.

Eingeschränkte Mobilität im Alter entwickelt sich über längere Zeit und kann bereits im jungen bis mittleren Erwachsenenalter entstehen. „Einschränkungen der Beweglichkeit nehmen mit dem Alter zu und führen zu Isolation, Hilfebedarf und verminderter Lebensqualität. Im Angesicht des demografischen Wandels stellt der Erhalt der Mobilität über die Lebensspanne eine wichtige gesundheits- und gesellschaftspolitische Aufgabe dar“, sagt Hinrichs.

REHACARE.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum

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