Fachforum "Leben mit Pflege @home"

(Halle 3, Stand 3G56)

Foto: Referent im Forum Leben mit Pflege @home; Copyright: Messe Düsseldorf

Fachspezifische Seminare und Workshops zum Thema häusliche Pflege

Mehr als zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause gepflegt. Ein Großteil wird von den Angehörigen gepflegt und ein Teil erhält Unterstützung von Pflegediensten. Täglich werden die Angehörigen und die ambulanten Pflegedienste mit neuen Fragen konfrontiert.

Auf der REHACARE bietet Leben mit Pflege @home praxisnahe Hilfestellungen zu Pflegefragen und Problemstellungen für professionelle Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Die Seminare und Workshops werden von der Messe Düsseldorf GmbH in Zusammenarbeit mit der Pflegeakademie Niederrhein und weiteren Organisationen veranstaltet.

Die Pflegeakademie Niederrhein, Willich, bietet an vier Tagen Vorträge und Workshops im Seminarraum des Forums an. Das angeschlossene Café an Leben mit Pflege @home dient als Treffpunkt und lädt zu Gesprächen ein.

Programm zu Leben mit Pflege @home 2016 [Stand: 23.09.2016]
Logo Leben mit Pflege (at) home
Preise:

28. September 2016:
mit Zertifizierungspunkten der ICW
Tageskarte: 29 EUR (inkl. VRR)

29. September – 1. Oktober 2016:
ohne Zertifizierungspunkten der ICW
Online-Tageskarte (eTicket): 8 EUR (inkl. VRR)
Jetzt online registrieren und eTicket kaufen!
Foto: Eingang zum Seminarraum im Forum Leben mit Pflege @home
Foto: Zwei Frauen reden auf der Bühne im Forum Leben mit Pflege @home

Programmübersicht

Mittwoch, 28.09.2016

„Tag der Wunde“

Wundwahrnehmung, Wundwissen und Wirtschaftlichkeit

Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist begrenzt.

Patientenorientierung als pflegerische Haltung bei der Betreuung von Menschen mit chronischen Wunden ist dieses Jahr ein Schwerpunkt bei den Vorträgen zum Thema Wundbehandlung. Dabei wird das individuelle Verständnis des Patienten für die Krankheit in den Fokus gestellt. Dies dient zur Förderung der Wundheilung, welche die Autonomie unterstützt und damit die Lebensqualität.

11.00 – 11.45 Uhr
„Wunsch und Wahrheit“ – Diskrepanz zwischen Patient und Versorgung
Carsten Hampel-Kalthoff, Pflegerischer Fachexperte für Menschen mit chronischen Wunden

12.30 – 14.30 Uhr
Patientenbeziehungen gestalten
Bruno Hambüchen, Dipl.-Päd.

15.00 – 15.45 Uhr:
Das Trajekt-Modell – „ … die Flugbahn einer chronischen Erkrankung“
Madeleine Gerber, Leitung der Geschäftsstelle der ICW e.V., Bereich Koordination und Außendarstellung

16.00 – 17.00 Uhr
Mehr Pfeile im Köcher
Dr. Dirk Hochlenert, niedergelassener Diabetologe, Köln

Die ICW e. V. Initiative chronische Wunden vergibt Rezertifizierungspunkte für diesen Seminartag.


ACHTUNG: Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist begrenzt.

Komplettes Programm zu Leben mit Pflege @home 2016

Donnerstag, 29.09.2016

„Tag der Palliativmedizin“

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“
Zitat Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin

Palliative Versorgung bedeutet, schwerstkranken und sterbenden Menschen in der letzten Lebenszeit ein Stück Lebensqualität zu geben. Schmerztherapie sowie die Erfüllung der Wünsche zählen dazu. Schwerpunkt des heutigen Tages ist, die Autonomie der Patienten zu berücksichtigen und die verbliebenen Tage mit Leben zu füllen. Jeder Glücksmoment zählt.

11.00 – 12.30 Uhr
Lebenslust – über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit
Dr. med. Manfred Lütz, Dipl-Theol., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(Dieser Vortrag findet im REHACARE-Forum in Halle 3, Stand 3E74 statt.)

14.00 – 14.45 Uhr
Mehr Autonomie trotz schwerer Erkrankung
Dr. med. Christoph Gerhard, Arzt für Palliativmedizin, Neurologie und spezielle Schmerztherapie

15.00 – 15.45 Uhr
Die Begleitung von Angehörigen im palliativen Setting
Manuela Galgan, Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin MScN

Komplettes Programm zu Leben mit Pflege @home 2016
Foto: Dr. med. Christoph Gerhard

Dr. med. Christoph Gerhard
Mehr Autonomie trotz schwerer Erkrankung

Foto: Bruno Hambüchen

Bruno Hambüchen
Patientenbeziehungen gestalten

Foto: Carsten Hampel-Kalthoff

Carsten Hampel-Kalthoff
Wunsch und Wahrheit – Diskrepanz zwischen Patient und Versorgung

Foto: Erich Schützendorf

Erich Schützendorf
Wie stärkt man Angehörige von Menschen mit Demenz?

Freitag, 30.09.2016

„Tag der Demenz“

Dement? Oder nur alt? – mehr Verständnis für ein Krankheitsbild

Einen Namen vergessen, Schlüssel verlegen – im Alltag hat jeder schon mal Probleme mit dem Gedächtnis gehabt. Die Gedächtnisstörung kann durch viele Ursachen ausgelöst werden – auch von einer Demenzerkrankung. In diesem Fall ist der Verlust des Gedächtnisses für alle Beteiligten eine Herausforderung. Verständnis für die Erkrankung kann die Belastung mindern.

11.00 – 12.00 Uhr
Patienten im Prozess der Pfege beratend um Rat fragen
Ursula Zinda, Dipl.-Sozialarbeiterin

13.00 – 14.00 Uhr
Darf man gegen den Willen der Menschen mit Demenz handeln?
Erich Schützendorf, Dipl.-Päd.

15.00 – 16.00 Uhr
Wie stärkt man Angehörige von Menschen mit Demenz?
Erich Schützendorf, Dipl.-Päd.

 

Komplettes Programm zu Leben mit Pflege @home 2016

Samstag, 01.10.2016

„Tag der Kulturen“

Kultur in der Pflege oder Pflege in der Kultur

Die Berücksichtigung der individuellen, kulturellen, traditionellen und religiösen Werte und Bedürfnisse der pflegebedürftigen Personen stehen im Fokus. Für alle Beteiligten bedeuten in der Pflege unterschiedliche Kulturen eine Herausforderung, nicht nur für die Pflegenden, sondern auch für die Pflegebedürftigen.
 
 

11.00 – 11.45 Uhr
Pflege zu Hause, aber nicht daheim
Zeynep Babadagi-Hardt, Krankenschwester, Geschäftsführung / Pflegedienstleitung

12.00 – 12.45 Uhr
Zusammenhang von Kultur und Pflege
Prof. Wilfried Schnepp, Lehrstuhl für familienorientierte und gemeindenahe Pflege Universität Witten/ Herdecke

13.00 – 14.30 Uhr
Roundtablediskussion
Anders lebenanders altern – Wie beeinflussen kulturelle Unterschiede den PflegeAlltag?

Moderation: Nadia Joppen, DJM Medienservice
Teilnehmerin: Gabriele Seutter, Pflegedienstleitung des Kinderhospiz „Stups“, Krefeld



Komplettes Programm zu Leben mit Pflege @home 2016

"Tag der Kulturen" - Kulturelle Unterschiede und ihre Auswirkungen auf Pflege

Round Table-Diskussion am Samstag, 01. Oktober 2016; moderiert von Nadia Joppen

Der letzte Tag von „Leben mit Pflege@home“ greift ein Thema auf, das seit Beginn der 1990er Jahre immer wichtiger wird: Wie gehen wir in der Pflege mit den pflegebedürftigen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen Menschen um, die aus anderen Kulturen zu uns nach Deutschland gekommen sind?

Nach den Fachvorträgen endet der Tag mit einer Round Table-Diskussion zum Thema „Anders leben – anders altern: Wie beeinflussen kulturelle Unterschiede den Pflege-Alltag?“. Beteiligt sind Zeynep Babadagi-Hardt (Geschäftsführerin und PDL der „Pflegezentrale“ Duisburg), Prof. Wilfried Schnepp (Lehrstuhl für familienorientierte und gemeindenahe Pflege Universität Witten/Herdecke), Gabriele Seuter (PDL im Kinder- und Jugendhospiz des stups-KINDERZENTRUMS der DRK-Schwesternschaft Krefeld) und Heike Senge (Leiterin Pflegeakademie Niederrhein).

In der Diskussionsrunde geht es darum, dass die Fachleute Beispiele aufzeigen, welche Konflikte auftreten können, wenn Pflegende und zu Pflegende aus verschiedenen Kulturkreisen kommen. Es stellt sich die Frage, wie es gelingen kann, Wege zu finden, um die Pflege trotzdem zu organisieren, wie beide Seiten aufeinander zugehen können und welche Kompromisse akzeptabel sind und an welchem Punkt auch Alternativ-Lösungen entwickelt werden können.

Foto: Ein Mann und zwei Frauen diskutieren auf der Bühne im Forum Leben mit Pflege @home
Foto: Redner mit Mikrofon im Forum Leben mit Pflege @home

Organisation der Seminare und Workshops

Pflegeakademie Niederrhein
Frau Heike Senge
Hausbroicher Straße 218
47877 Willich

Tel.: +49 (0)2156 9539583
Fax: +40 (0)2156 9539623
E-Mail: info@pflegeakademie-niederrhein.de
Logo: Pflegeakademie Niederrhein

Bilanzstatement 2015 von Heike Senge

Dialog-Möglichkeiten als Pluspunkt: Leben mit Pflege @home ein Erfolg

 

Das durchgängige Fortbildungskonzept einer Fachtagung für Wundexperten zu Beginn bis zu Grundlagen-Informationen für pflegende Angehörige am Schlusstag ist von den Besuchern der REHACARE gut angenommen worden – diese Bilanz ziehen die Veranstalter.

Zum ersten Mal hatte es bei der diesjährigen Messe in Düsseldorf dieses Fortbildungsforum in dieser ausgeprägten Form gegeben – in Zusammenarbeit der Messe Düsseldorf mit der Pflegeakademie Niederrhein aus Willich.

Am Mittwoch hatte die Fachtagung zu Aspekten der Wundversorgung mit dem Zusatzbonus der Rezertifizierungspunkte für einen lebhaften Besucherzustrom und interessante Diskussionen gesorgt. Die Teilnehmer diskutierten etwa grundsätzliche Fragen des Zusammenwirkens von Arzt und Pflege bei der Diagnose-Stellung von Wunden. Bestätigt/Kritisiert wurde die Tatsache, dass es in Deutschland regionale Unterschiede bei der Handhabung von Verordnungen zur Keim-Sanierung gibt.

Auch der Praxis-Bezug im Vortrag von Hygiene-Fachkraft Regina Noebel mit dem anschließenden Hygiene-Parcours zur Einübung der vorgestellten Maßnahmen wstieß auf viel Beifall.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass ein gleicher Wissensstand bei Krankenkassen, Verordnern und Behandlern ein zentraler Schritt zur Verbesserung der Gesamtsituation bei der ambulanten Keim-Sanierung sein werde. Für wichtig wurde dabei auch die Rolle der pflegenden Angehörigen erachtet: Sie sind die direkten Kümmerer/Case Manager in der Wundversorgung, die den Prozess 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche begleiten und verantworten. "Wir brauchen die Angehörigen bei der Keimsanierung und müssen sie stärken und unterstützen", so die Zusammenfassung von Heike Senge, der Leiterin der Pflegeakademie.

Das Thema des zweiten Tages, Demenz – der ver-rückte Alltag war für die Besucher auf Grund der aktuellen Diskussionen ebenfalls gut besucht. In der Diskussion kristallisierte sich das Thema "Angst" als eine zentrale Frage heraus: Wie gehen Betroffene und Angehörige mit der Demenz-Erkrankung um? Ist es sinnvoll und hilfreich oder eine zusätzliche Belastung, die Nachbarschaft einzubeziehen? Letztlich forderten die Forumsteilnehmer eine weitere Enttabuisierung der Krankheit, zumal die Nachbarn ohnehin häufig eine Veränderung bemerken.

Die weiteren Themen waren "Plötzlich Pflegefall – und jetzt" am Freitag und Bewegungsförderung am Samstag – auch diese stießen auf Interesse. Besonders Prof. em Erich Grond fing die Zuhörer mit seinem leidenschaftlichen Appell gegen Gewalt in der Pflege ein. Neue Erkenntnisse zum Thema Bedeutung von Bewegung als Therapie-Element thematisierte Tim Fleiner am Samstag – seine Ausführungen korrespondierten mit Erfahrungen der Zuhörer im jeweilig eigenen Fall.

"Wir haben an allen Tagen festgestellt, dass die Zuhörer zum Teil mit sehr konkreten Fragen in das Forum gekommen sind und bei uns Antworten gefunden haben. Dieser Messe-Mehrwert ist sicher ein Gewinn", so Senge. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass auch die Zuhörer/pflegenden Angehörigen durch ihre jeweiligen Erfahrungen als Experte ein Bestandteil von Erkenntnis-Prozessen sein können.

Heike Senge, Pflegeakademie Niederrhein