Logopäden unterstützen Menschen mit Demenz

06.03.2015
Foto: Älterer Mann hört zu

Logopäden können mit ausgewählten Übungsprogrammen die kommunikativen Fähigkeiten des Patienten mit beginnender Demenz unterstützen; © panthermedia.net/ Scott Griessel

Mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen in Deutschland nimmt auch das Risiko zu, an einer Demenz zu erkranken. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz leben mehr als 1,5 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Bis zum Jahr 2050 wird mit einem Anstieg der Patientenzahlen auf etwa 3 Millionen gerechnet. Auch niedergelassene Logopäden berichten von einer Zunahme von Patienten mit degenerativen Erkrankungen.

Von vielen Patienten mit beginnender Demenz und ihren Angehörigen wird die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit als großes Problem empfunden. Vor allem das Nichtverstehen von Gesprächen, das schnelle Vergessen von Fakten oder die fehlende Einsicht in Zusammenhänge des Alltages bereiten den Betroffenen Schwierigkeiten. Deshalb ist die Beratung von Patienten und Angehörigen über die Folgen der Krankheit hinsichtlich des zukünftigen Miteinanders besonders wichtig.

Bei einer beginnenden Demenz oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen können Logopäden mit ausgewählten Übungsprogrammen die kommunikativen Fähigkeiten des Patienten unterstützen. Im Fokus stehen das Sprachverständnis, das Merken von seriellen Abfolgen und die Wortfindung. Bei fortschreitender Erkrankung kann sich die Therapie auf das Thema Schlucken konzentrieren, wenn es zu Problemen beim Essen und Trinken kommt. Gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeiten die Therapeuten Bewältigungsstrategien für den Alltag, um Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen und die Nahrungsaufnahme sicher zu gestalten. Für die Betroffenen und die Angehörigen kann die neu gewonnene Sicherheit dazu beitragen, länger in der vertrauten Umgebung zu leben.

Am 6. März 2015, dem Europäischen Tag der Logopädie, bietet der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. eine bundesweite Expertenhotline zum aktuellen Thema "Neurologische Erkrankungen: Plötzlich sprachlos ..." an.

Die Hotline ist freigeschaltet am 6. März 2015, von 17 bis 20 Uhr, unter der folgenden Rufnummer: 0 18 05.35 35 32 (Ein Anruf kostet 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, max. 0,42 Euro/Minute aus Mobilfunknetzen).

Der Europäische Tag der Logopädie wird jedes Jahr am 6. März begangen. Zahlreiche angestellte und freiberufliche Logopäden setzen den Aktionstag in den Regionen um und informieren in diesem Jahr über logopädische Aspekte in der Therapie neurologischer Erkrankungen. In Deutschland ist der Tag im Jahresplaner Gesundheitstage 2015 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gelistet. Ins Leben gerufen hat ihn der Europäische Dachverband der Nationalen Logopädenverbände, das Comité Permanent de Liaison des Orthophonistes-Logopèdes de l'Union Européenne (CPLOL). Dem CPLOL gehören 35 Verbände aus 32 europäischen Ländern an. Einziges deutsches Mitglied ist der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl), in dem 11.000 freiberufliche und angestellte Logopäden organisiert sind.

REHACARE.de; Quelle: Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.

Mehr über den Deutschen Bundesverband für Logopädie e.V. unter: www.dbl-ev.de