MDR baut Barrierefreiheit weiter aus

19/11/2014
Foto: Zwei Hände halten die neue Broschüre des MDR

Die Broschüre "MDR barrierefrei. Rundfunk für alle." bietet Informationen zu den barrierefreien Angeboten des MDR auch in Brailleschrift; © MDR/Axel Berger

Der Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den Angeboten des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS (MDR) geht weiterhin zügig voran. Die Untertitelungsquote im MDR FERNSEHEN zum 3. Quartal 2014 beträgt nun schon 69 Prozent. Erstmalig wurden in diesem Jahr Live-Audiodeskriptionen für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten. Eine neue Broschüre mit Brailleversion stellt die barrierefreien Angebote des MDR vor.

Diese Ergebnisse präsentierte der MDR am 17. November in Leipzig vor Spitzenvertretern von Blinden-, Sehbehinderten- und Gehörlosenverbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde und Regierungsbeauftragten aus Mitteldeutschland.

Das Ziel des MDR ist es, seine Angebote im Fernsehen, Hörfunk und Internet weitestgehend barrierefrei zur Verfügung zu stellen. Beim Treffen zogen die Teilnehmer Bilanz zum bisher Geleisteten und tauschten sich über die nächsten Schritte auf dem Weg zur Barrierefreiheit in Fernsehen, Hörfunk und Internet aus. Erstmals nahmen an der Zusammenkunft Vertreter des Sozialverbands VdK teil.

"Wir wollen mit unseren Angeboten alle Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gleichermaßen erreichen und sichern freien Zugang zu Information und Interaktion", begründet MDR-Intendantin Karola Wille das MDR-Engagement. "Wir sind in regem Austausch mit Vertretern der Behindertenverbände, die uns auf diesem Weg begleiten und deren Hinweise und Aufforderungen für uns Ansporn sind.", betont Wille. Seit 2013 bezahlen auch finanziell leistungsfähige Menschen mit Behinderung ein Drittel des regulären Rundfunkbeitrags.

Vorgestellt wurde bei dem Treffen die Broschüre "MDR barrierefrei. Rundfunk für alle." Das Heft entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde und bietet Informationen zu den barrierefreien Angeboten des MDR zusätzlich auch in Brailleschrift für blinde und sehbehinderte Menschen. Diese Informationen sollen auf Wunsch der Behindertenverbände künftig auch als Audioformat zur Verfügung stehen.

Der MDR sieht vor, bis 2017 stufenweise über 80 Prozent seines Fernsehprogramms mit Untertiteln auszustrahlen. Aktuell sendet die Rundfunkanstalt durchschnittlich etwa 17 Stunden täglich Untertitel. Auch der Anteil an Sendungen mit Audiodeskription wird erhöht.

Mit Gebärdensprache im Live-Stream und in der Mediathek sowie neuerdings auch über HbbTV bei MDR+ wird MDR UM ELF angeboten. Sowohl Untertitel als auch Audiodeskriptionen können in der Mediathek nachgenutzt werden, sofern die Rechte für die Sendungen eine Einstellung ermöglichen.

Der Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbands Thüringen, Joachim Leibiger, sowie der Vorsitzende des Landesverbands der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen, Matthias Müller, würdigten beim dritten Zusammentreffen der Verbände mit dem Sender das bisher Erreichte. Durch die Beteiligung Betroffener sei die gemeinsame Entwicklung von Standards für den barrierefreien Zugang von seh- und hörbehinderten Menschen zu Angeboten des MDR merklich vorangekommen. Joachim Leibiger ergänzte, dass weiter gehende bilaterale Kontakte auch auf regionaler Ebene für die Verbände sehr wichtig seien. Darüber hinaus bestehe der Wunsch nach einer Zielvereinbarung mit der Geräteindustrie für gemeinsame barrierefreie Standards zugunsten behinderter Mediennutzer.

Wie von sehbehinderten und blinden Menschen im letzten Treffen angeregt, wurden Audiodeskriptionen auf weitere Genres im nonfiktionalen Bereich mit Unterhaltungsformaten und Dokumentationen zu beispielsweise "25 Jahren Friedliche Revolution" erweitert. Erstmals wurden 2014 im MDR Live-Audiodeskriptionen angeboten. Besonders die Live-Audiodeskription der 20. Verleihung der Goldenen Henne am 10. Oktober 2014 stieß auf positive Resonanz. Mehr als 200 Minuten wurden dabei live hörbeschrieben.

Aktuell wird zusätzlich eine MDR Audio-App entwickelt, mit der auch sehbehinderte Menschen zukünftig mobil und zeitlich flexibel auf das MDR-Programmangebot zugreifen können. Über eine speziell auf die Bedürfnisse angepasste Benutzeroberfläche sollen die MDR-Radioangebote als Livestream abrufbar sein, Nachrichten, Wetter- und Verkehrsinformationen vorgelesen werden und MDR-Fernseh-Angebote als Hörfassungen zu erleben sein.

REHACARE.de; Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

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