Man lernt nie aus: Weiterbildungsangebote in der Pflege

01.08.2016

In der Ausbildung lernen Pflegekräfte all die wichtigen Grundlagen, die sie für ihr späteres Berufsleben benötigen. Doch erst im späteren Berufsalltag gewinnen sie noch viele praktische Kenntnisse hinzu. Und: Die Anforderungen in der Pflegebranche verändern sich und erfordern somit auch neues Wissen. Wissen, das sie sich beispielsweise in zahlreichen berufsbegleitenden Weiterbildungen aneignen können.

Foto: Mehrere Menschen in einer Weiterbildung, von hinten fotografiert; Copyright: panthermedia.net/photographee.eu

Berufsbegleitende Weiterbildungen ermöglichen es Menschen, die in der Pflege arbeiten, sich zusätzlich zu qualifizieren; © panthermedia.net/photographee.eu

Das Angebot solcher weiterbildenden Lehrgänge ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Als beispielsweise vor 20 Jahren an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg die beiden Studiengänge Pflege und Gesundheit als ein gemeinsamer Diplomstudiengang starteten, gab es insgesamt nur 40 Studierende. Inzwischen können Studierende zwischen drei Bachelor- und vier Masterstudiengängen wählen. Die praxisnahen Studiengänge richten sich beispielsweise an Pflegende und Berufstätige der Hebammenkunde, Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Der Ausbau des Angebotes über all die Jahre ist eine Reaktion auf das zunehmende Bedürfnis nach Professionalisierung in der Branche.

Wie die HAW in Hamburg bietet auch die Evangelische Hochschule Dresden seit dem Wintersemester 2015/2016 den achtsemestrigen Bachelorstudiengang "Pflege dual" an. Praxisanteile sind hier fester Bestandteil des Studienverlaufs. Begleitend zum Studium erlernen die Studierenden den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegekraft oder der Altenpflegekraft. Diese Kombination aus Theorie und Praxis ist der erste Studiengang seiner Art in Sachsen und wird von der Landesregierung gefördert.

Aber auch Spezialisierungen und die Vertiefung von bestimmten Wissensbereichen sind auf dem Vormarsch. Die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) bietet beispielsweise seit diesem Jahr den Studiengang "Intensivierte Fachpflege" an. Er richtet sich an Pflegekräfte, die sich akademisch zur Führungskraft qualifizieren möchten. Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang hat unter anderem zum Ziel, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und neue berufliche Perspektiven für Pflegende zu schaffen.

Auch die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg bietet an ihrem Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) die Möglichkeit, sich berufsbegleitend über elf Semester im Bachelorstudiengang "Pflegemanagement" für Führungs- und Managementpositionen zu qualifizieren. Er wendet sich dabei sowohl an Gesundheits- und Krankenpflegekräfte sowie Altenpflegekräfte und Hebammen mit Berufserfahrung.

Und für all diejenigen, die sich nicht nur selbst fachlich weiterbilden wollen, sondern zusätzlich andere dabei aktiv unterstützen möchten, gibt es dafür an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) die Gelegenheit: Seit Juli 2016 werden hier bereits zum dritten Mal Tutorinnen und Tutoren für grundständige Studiengänge im Bereich Pflege ausgebildet. Pflegende mit einem akademischen Abschluss (Bachelor, Master, Promotion) lernen hier, Bachelorstudierende in der wissenschaftlichen Reflexion von Fragestellungen aus der Pflegepraxis zu unterstützen. Die Weiterbildung findet im Blockprinzip an insgesamt vier Wochenenden statt.

An der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) kann man sogar noch einen Schritt weiter gehen und den Lehramtsstudiengang "Pflege an berufsbildenden Schulen" belegen. Die PTHV bietet seit Kurzem aber auch den neuen Bachelorstudiengang "Pflegeexpertise" an. Aufbauend auf einer Pflegeausbildung ist eine profunde Weiterbildungsmöglichkeit für Pflegefachpersonen möglich. Der Studiengang wird berufsbegleitend und zum Teil in Kooperation mit verschiedenen Trägereinrichtungen angeboten.

Dieser vergleichsweise kleine Einblick in das Weiterbildungsangebot für Pflegende bildet bereits einen ersten Einblick in die Vielfalt der möglichen thematischen Qualifizierung ab. Und im Zuge des demografischen Wandels wird der Bedarf an solchen Angeboten in den nächsten Jahren mit Sicherheit weiter steigen.

Foto: Nadine Lormis; Copyright: B. Frommann

© B. Frommann


Nadine Lormis
REHACARE.de

Weitere Beiträge im Thema des Monats August:

Mehr über…