Ministerin Steffens: REHACARE gibt wichtige Impulse für die Zukunft der Pflege

Foto: Barbara Steffens 

Vor diesem Hintergrund begrüßt Gesundheitsministerin Barbara Steffens die diesjährige Schwerpunktsetzung der Internationalen Fachmesse für Rehabilitation - Pflege - Prävention – Integration REHACARE, die in Düsseldorf stattfindet. Ministerin Steffens: „Mit den Themen ‚Demenz' und ‚Wohnen im Alter' greift die REHACARE in diesem Jahr zwei Themen auf, bei denen wir in Deutschland dringend auf neue Impulse angewiesen sind. Hier kann eine so etablierte Messe einen wichtigen Beitrag leisten."

Mit Blick auf die ins Stocken geratene Diskussion über bundesrechtliche Verbesserungen für an Demenz erkrankte Menschen erklärte Steffens: „Offensichtlich ist das Thema Demenz immer noch nicht ausreichend im Bewusstsein der Menschen und der Politik angekommen. Angesichts der chaotischen Berliner Diskussion um reine Finanzierungsfragen tut es gut, dass auf der Messe wieder einmal die Fragen im Mittelpunkt stehen: Was brauchen die Menschen, was brauchen ihre Angehörigen, um ein Leben auch mit Demenz möglichst selbstbestimmt und lebenswert gestalten zu können? Wir verdrängen viel zu oft, dass jeder Mensch an Demenz erkranken könnte. Verdrängen ist aber genau der falsche Weg. Vielmehr müssen wir gemeinsam unsere Gesellschaft und unsere soziale Infrastruktur so schnell wir möglich besser auf die Herausforderungen eines Lebens mit Demenz einstellen. Keiner von uns hat die Sicherheit, dass der Kelch an ihm vorüber gehen wird."

Eine zentrale Rolle spielt dabei, dass Quartiere, Stadtteile und Dörfer so gestaltet werden, dass ältere Menschen und Menschen mit einer Behinderung gut versorgt und sozial integriert in der Mitte der Gesellschaft und nicht am Rande leben können. „Ich würde mir sehr wünschen, dass uns hier unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte und vor allem auch der Wohnungswirtschaft in den nächsten Jahren ein echtes Umsteuern gelingt. Wir brauchen keine neuen und teuren ‚Heime', wenn wir eine ortsnahe Versorgungsstruktur mit barrierefreien Quartieren, altersgerechten Wohnungen, Unterstützung von Angehörigen, ambulanten Versorgungsangeboten und kleinräumigen Betreuungsangeboten, wie Pflegewohngemeinschaften, endlich flächendeckend organisieren wollen.

Auch zu diesem Thema finden sich im Programm der REHACARE viele spannende Diskussionen und Informationsveranstaltungen", so Steffens weiter.

Hinweis: Da der „Pflegebedürftigkeitsbegriff“ nach wie vor nur körperliche (somatische) Unterstützungsbedarfe erfasst, zählen heute nicht alle Demenzkranke gleichzeitig auch zu den „Pflegebedürftigen“. Sonst wäre die Zahl der „Pflegebedürftigen“ bei alleine 300.000 an Demenz erkrankten deutlich höher. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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