Mit Haustechnik zu weniger Einsamkeit

Foto: Alternativer Bildschirm 

Wenn Kinder und Enkelkinder wegziehen, bleiben ältere Menschen oft alleine zurück. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen (Informatiker, Psychologen, Soziologen) arbeiten an einer Haustechnik, die die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Kommunikation von Älteren unterstützt.

Gerade über die Feiertage um Weihnachten und den Jahreswechsel wird das Alleinsein älterer Menschen stärker als sonst öffentlich sichtbar. Initiativen, die dem Prinzip e-Inklusion, also „Beteiligung durch Technik“, folgen, arbeiten nun an Technologien, die dem entgegen wirken.

Ein solches Beispiel ist das Projekt „Casa Vecchia“, das am Institut für Informatik-Systeme der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt von Gerhard Leitner und seinem Team betrieben wird. Zielsetzung dieser speziell entwickelten Haustechnik ist es, auch Menschen, die im Umgang mit neuen Technologien nicht versiert sind, einen Zugang zu ermöglichen.

„Wir haben dafür einen alternativen Bildschirm entwickelt“, so Gerhard Leitner. Anhand des Bildes können die Nutzer unterschiedliche Funktionen auswählen: Mit einem Klick auf das Briefkuvert öffnen sie so beispielsweise ein E-Mailprogramm. E-Mailadressen von Verwandten und Bekannten sind vorgespeichert, die Menschen schreiben auf einer Art Schreibtafel, die E-Mail wird als Bild versendet. Ähnlich funktioniert die Skype-Funktion, die über einen Klick auf das Telefon aufgerufen werden kann.

Derzeit sind zwanzig Haushalte in Kärnten/Österreich mit der Technik ausgestattet. Die Technik dient auch als Sicherheitssystem: So können – als Zusatzfunktion von Zwischensteckern, die Geräte fernbedienbar machen, – auch tägliche Aktivitäten der Älteren aufgezeichnet werden. Falls es entscheidende Abweichungen gibt, werden Verwandte per Handy alarmiert. Das Projekt wird laufend evaluiert, die Rückmeldungen der Nutzer werden eingebunden.

Förderer des Projekts ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Für Gerhard Leitner ist es denkbar, das System auch breiter anzubieten: „Das Projekt läuft derzeit bis Ende 2013. Wir planen aber auch Folgeaktivitäten, da das Konzept durch die demographische Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnt.“

REHACARE.de; Quelle: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

- Mehr über die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt unter: www.aau.at