MobiAssist: Menschen mit Demenz mobilisieren

In dem neuen Forschungsprojekt MobiAssist entwickelt das Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie der Deutschen Sporthochschule Köln zusammen mit sechs Partnern ein Tool, welches die ambulante Pflege von Menschen mit Demenz unterstützen soll – ein so genannter Mobilisierungsassistent. Neueste Forschungsergebnisse bestätigen, dass möglichst viel Bewegung und körperliche Betätigung das Fortschreiten der Demenz verlangsamen können.

04.03.2016

 
Foto: Ältere Frau macht mit ihren Enkeln Bewegungsübungen vor einem Fernsehgerät  Copyright: Universität Siegen

Das neue Forschungsprojekt "MobiAssist" nutzt die positive Wirkung von Bewegung für Menschen mit Demenz; © Universität Siegen

Kern des Projekts ist die Entwicklung eines Bewegungsprogramms, das über einen Computer und eine Art Spielekonsole zur Bewegungserfassung an den heimischen Fernseher übertragen wird. Mit sogenannten "Exergames" (Kombination aus engl. 'Exercise' und 'Games') werden die Patienten spielerisch dazu animiert, in Bewegung zu bleiben und Aktivitäten des täglichen Lebens zu trainieren. Eine Idee dabei ist, biographische Elemente der Patienten in die Spiele zu integrieren, zum Beispiel Musik und Filme aus der eigenen Vergangenheit oder Bilder und Grußbotschaften von Angehörigen.

Technisch funktioniert die Bewegungssteuerung über eine Infrarotkamera (MS Kinect). Das Training an der Konsole können die Patienten gemeinsam mit Angehörigen oder dem Pflegepersonal absolvieren, wobei die körperlichen und geistigen Fähigkeiten verbessert werden sollen. Darüber hinaus ist das Ziel, die Alltagskompetenz der dementen Personen zu erhalten und die Pflegebelastung der Angehörigen zu reduzieren.

In dem auf drei Jahre angelegten Projekt kommt dem Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie die Aufgabe zu, das Training zu entwickeln, welches die Patienten später mit dem Assistenten durchführen sollen. "Zunächst geht es darum, Anforderungen zu analysieren und daraus Inhalte und Trainingsbelastung abzuleiten", erklärt Dr. Sabine Eichberg, Leiterin des

Kölner Arbeitspakets "Empirische Evaluierung". Zudem soll perspektivisch ein Schulungskonzept beziehungsweise Trainingshandbuch entwickelt werden, welches Angehörige und Pflegepersonal in der Nutzung des MobiAssist unterstützt.

Im letzten Projektjahr werden die Konzepte und Programme evaluiert. Das Projekt wird mit insgesamt 1,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Beteiligt sind – neben dem Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie – folgende Projektpartner: Ambulante Diakonische Dienste gGmbH Siegen (Koordinator), Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité Medizin Berlin, Kaasa solution GmbH, C&S Computer und Software GmbH und BAGSO Service GmbH.

REHACARE.de; Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln

Mehr über die Deutsche Sporthochschule Köln unter: www.dshs-koeln.de