Mobilität in allen Lebensphasen

05.11.2014
Foto: Älteres Paar im Bus

Mit einigen kleinen Hilfestellungen kann Mobilität auch im Alter noch ermöglicht werden; © Cathy Yeulet/ panthermedia.net

Die Forschung ermöglicht heute intelligente und barrierefreie Mobilitätsangebote und Dienstleistungen, die passgenau auf die speziellen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind: vom sicheren Weg durch das eigene Wohnquartier, über die komfortable und zuverlässige Nutzbarkeit von Bus und Bahn bis hin zum nutzerfreundlichen Einsatz von technischen Hilfsmitteln zur Orientierung im Alltag.

Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen neuen Mobilitätsangeboten, die jetzt in ganz Deutschland zum Einsatz kommen können. "Es ist gelungen, wichtige Unterstützung für das alltägliche Leben im Alter zu entwickeln. Die von uns geförderten Innovationen werden vielen Menschen in Deutschland helfen, weiterhin mobil zu bleiben", betonte Müller.

Über mobile Endgeräte können jetzt barrierefreie Fußgängerrouten durch fremde Städte angezeigt werden, um beispielsweise Wege mit Treppen umgehen zu können. Vorhandene Optionen für den Weg von A nach B werden zu nahtlosen Mobilitätsketten verknüpft. Technik hilft hier, die unterschiedlichen Verkehrsangebote zu erfassen und die optimale Verbindung dem Nutzer vorzuschlagen. Die Systeme können auch kommunale Freizeit- und Kulturangebote integrieren, um die physische Mobilität mit der sozialen Teilhabe zu verbinden.

Folgende Innovationen sind Beispiele der Forschungsarbeit:

• Im Projekt inDAgo wurde ein technischer Assistent entwickelt, der eine geeignete barrierefreie Route, beispielsweise für den Weg zu einer Arztpraxis, vorschlagen kann. Dabei berücksichtigt der Assistent gesundheitliche Einschränkungen, beispielsweise im Bewegungsapparat, und wählt passgenaue Angebote aus dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aus.

• Das Projekt S-Mobil 100 hat eine Mobilitätsplattform entwickelt, mittels derer Bürger der Stadt Siegen und des angrenzenden Landkreises Siegen-Wittgenstein über Fernsehen, Smartphone oder Internet individuelle Fahrorganisationen nutzen können. Ehrenamtliche Mitarbeiter und Kooperationen mit zusätzlichen Fahrdienstanbietern ermöglichen so auch in Randzeiten oder bei sehr ausgedünntem Verkehrsnetz Mobilitätsangebote, die ergänzend und nicht konkurrierend zum ÖPNV angeboten werden. Für nicht barrierefreie Teilabschnitte der Strecke kann zudem persönliche Begleitung angefordert werden.

• Im Projekt SIMBA/GENIAAL MOBIL werden Angebote des ÖPNV in enger Abstimmung mit den Nutzern mit Informationen zur Barrierefreiheit unterlegt. So wird regelmäßig ermittelt, welche Hindernisse bei der Nutzung des ÖPNV aus Sicht der Älteren bestehen, welche Anforderungen sie an die Mobilität stellen und inwiefern sie beispielsweise Smartphones nutzen. Aufgrund der Rückmeldungen werden die Angebote kontinuierlich verbessert. Ziel ist es, die selbstständige Bewegung auf barrierefreien Routen außerhalb der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Dabei wird der individuelle Unterstützungsbedarf durch intelligente Kombination von Information, Ortung und Kommunikation berücksichtigt.

Müller lud weitere Kommunen und Regionen ein, die erfreulichen Ergebnisse zu nutzen. "Kommunen, die attraktive Mobilitätsangebote unterbreiten, sind sehr beliebt. Das ist für viele Menschen ein bewegendes Thema, besonders im Alter", so Müller.

REHACARE.de; Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Mehr über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter: www.bmbf.de