Musik als kontinuierlicher Lebensbegleiter kennt kein Alter und keinen Ort

16.12.2015
Foto: Studierende der Musiktherapie beim Musizieren

Studierende der Musiktherapie lernen wie sie sie bei Menschen nach einem Schlaganfall, mit Depressionen sowie mit Demenz einsetzen können; © FHWS-Archiv/Wosch

Drei Experten der Hochschule für Musik sowie der Hochschule Würzburg-Schweinfurt referierten vor Kurzem über "Musik und Alter(n)" im Zuge der Vortragsreihe des Wissenschaftsjahres 2015 "Zukunftsstadt". Die Aspekte der Musikmedizin, -pädagogik und -therapie erläuterten Professorin Dr. Maria Schuppert mit "Medizinische Betrachtungen zum Musizieren im höheren Lebensalter", Professorin Barbara Metzger mit "Musik und Alter(n) im Studienfach Elementare Musikpädagogik" und Professor Dr. Thomas Wosch mit "Musiktherapie bei Erkrankungen im höheren Erwachsenenalter".

Im Bereich der Musikmedizin zeigte Professorin Dr. Maria Schuppert auf, dass auf Basis von neurowissenschaftlichen, pädagogischen und klinischen Erkenntnissen das Gehirn immer lernen könne. So sei aktives Musizieren und musikalisches Lernen prinzipiell bis ins hohe Alter hinein möglich, auch wenn Alterungsprozesse am Bewegungsapparat hinzukämen. Hier könne man auf das sogenannte SOK-Modell der Selektion, Optimierung und Kompensation zurückgreifen, das Handlungskompetenz sowie Lebensqualität in jedem Alter und bei Funktionseinschränkungen bereithalte und die rückläufigen Prozesse in der Motorik und anderen Bereichen bei Berufsmusikern kompensieren kann.

Professorin Barbara Metzger stellte den Bereich der Musikpädagogik vor anhand des Studiengangs "Elementare Musikpädagogik": Hier werde gelehrt, dass auch ohne jegliche Vorkenntnis von Instrumentalspiel oder Gesang das Musizieren altersunabhängig möglich sei. Sie stellte den Bereich der Konzert-Pädagogik vor, der neuerdings abgestimmt wird auf die Erwartungen einer älteren Generation, und gab einen kurzen Einblick in den neuen Zweig der Musikgeragogik, die sich mit musikalischer Bildung im Alter auseinandersetzt sowie mit musikbezogenen Vermittlungs- und Lernprozessen.

Professor Dr. Thomas Wosch erläuterte die Möglichkeiten der Musiktherapie: Sie könne eingesetzt werden unter anderem bei Menschen nach einem Schlaganfall, bei Depressionen sowie bei Demenz. Mit ihren Angeboten könne sie zur Aktivierung, Beruhigung, Orientierung und sozialer Integration der Betroffenen beitragen sowie zum Wiedererlernen von Greifen, Bewegungskoordination und Sprechen. Sie bearbeite gezielt die Krankheitssymptome dieser Störungen, was mittlerweile in Wirkungsstudien und der Neurowissenschaften belegt sei. Er wies auch hin auf Angebote der ambulanten Musiktherapie, wie der "Musik auf Rädern GbR" hin, die Musiktherapie häuslich, in Kliniken und im Heimbereich einsetze.

REHACARE.de; Quelle: Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

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