Neue Behandlungsansätze für Kinder mit ADHS

15.08.2016

Für Kinder mit ADHS, dem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), bietet das Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) der Universität Heidelberg im August erneut das "Sommertherapiecamp" an. Es ist die dritte Veranstaltung dieser Art, nachdem das Camp in einer zweijährigen Modellphase erfolgreich etabliert wurde.

Foto: Zwei Jungs und zwei Mädchen sitzen im Wald und lachen; Copyright: panthermedia.net/londondeposit

Drittes Sommertherapiecamp für Kinder mit ADHS findet im August statt. Weitere Camps sind geplant; © panthermedia.net/londondeposit

Basierend auf den praktischen Erfahrungen und den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Begleitstudie wird das Therapieangebot mit seinen neuen Behandlungsansätzen nun fortgesetzt und weiter ausgebaut. Für einen Zeitraum von knapp zwei Jahren stellt die Dietmar Hopp Stiftung dafür Fördermittel in Höhe von 250.000 Euro zur Verfügung. Mit einer Förderung hat die Stiftung bereits die Implementierung und Evaluation des Camps in den beiden Vorjahren unterstützt.

Das dritte Sommertherapiecamp wendet sich an Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis zehn Jahren, die von ADHS oder einer Störung des Sozialverhaltens betroffen sind. Ihnen bietet das Camp die Möglichkeit, unter intensiver therapeutischer Betreuung angemessene Verhaltensweisen, hilfreiche Lernstrategien, wichtige Sozialkompetenzen und motorische Fähigkeiten zu trainieren. Dazu sind jeden Tag eine Reihe von Freizeit- und Sportaktivitäten vorgesehen. Das Camp im August wird von Dr. Lysett Babocsai und Dr. Eva Vonderlin geleitet. Dr. Baboscai hat das aus den USA stammende Konzept für Deutschland adaptiert und das Sommertherapiecamp entwickelt; Dr. Vonderlin ist als Studien- und Ambulanzleiterin für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie am ZPP tätig.

Die wissenschaftliche Begleitstudie zur Wirksamkeit des therapeutischen Ansatzes wurde 2014 und 2015 in Kooperation mit Prof. Dr. Sabina Pauen vom Psychologischen Institut der Universität Heidelberg durchgeführt. "Die Ergebnisse unserer Untersuchungen zeigen, dass sich bei den teilnehmenden Jungen und Mädchen die klinische Gesamtsymptomatik deutlich verbessert hat. Zugleich konnten wir Verbesserungen bei den störungsspezifischen Symptomen und Funktionsdefiziten feststellen", so Prof. Pauen. Nach den Worten von Dr. Babocsai wurde das Sommertherapiecamp von den beteiligten Familien ausgesprochen gut angenommen. "Wir haben zudem viel positive Resonanz in der Öffentlichkeit erhalten."

In der zweiten von der Dietmar Hopp Stiftung geförderten Projektphase, die für die erste Modellphase bereits eine Förderung von 100.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte, soll das Camp zu einem vierwöchigen Intensivtherapieprogramm ausgebaut und künftig viermal im Jahr angeboten werden. Dazu wird auch die wissenschaftliche Begleitstudie fortgesetzt. Gleichzeitig strebt das ZPP unter der Leitung von Dr. Hinrich Bents an, das Angebot in die kassenärztliche Regelversorgung zu überführen. Das geplante Programm basiert auf verhaltenstherapeutischen Behandlungsstrategien. Mit einem Fokus auf positiver Verstärkung wird mit den Kindern an Verhaltensänderungen gearbeitet. So lernen sie unter anderem Selbstmanagement. Im Anschluss an die Gruppentherapie der Kinder werden wöchentliche Elterntrainings, monatliche Folgetermine für die Familien sowie Eltern-Lehrer-Konferenzen durchgeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Therapieerfolge auch im Alltag Bestand haben.

Das kostenpflichtige "Sommertherapiecamp" findet vom 1. bis 26. August 2016 auf dem Campus Im Neuenheimer Feld statt und ist bereits ausgebucht. Weitere Camps sind für Frühjahr und Sommer kommenden Jahres geplant. Für Auskünfte dazu steht das Sekretariat des ZPP unter der Telefonnummer (06221) 54-7291 zur Verfügung.

REHACARE.de; Quelle: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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