Ohrenkuss-Team schreibt über Urknall und Geburt, Weltall und Erde

Mit der neuen Ausgabe des Magazins "Ohrenkuss… da rein, da raus" beginnt einfach alles: "Anfang der Welt" heißt der Titel des März-Heftes – und steht damit für das Entstehen des großen Ganzen, das wir Welt nennen, und unserer eigenen kleinen Welt, die mit der Geburt beginnt. Die Texte der Autorinnen und Autoren mit Down-Syndrom bewegen sich also diesmal in wunderbarer Weise zwischen den beiden Polen der Mensch- und Welt-Werdung.

16.03.2016

 
Foto: Mitglieder der Ohrenkuss-Redaktion in einer Ausstellung; Copyright: Foto: Hanna Witte, Grafik: Maya Hässig

Angela Fritzen in der Ausstellung OUTER SPACE; © Foto: Hanna Witte, Grafik: Maya Hässig

Dank der eindrucksvollen Bilder der Kölner Fotografin Hanna Witte wirkt dieser Ohrenkuss wie ein Ausstellungs- und Denkraum, durch den die Leserschaft Wort für Wort und Bild für Bild schreitet wie durch ein echtes Museum.

Tatsächlich hat das Ohrenkuss-Redaktions-Team sich in zwei Ausstellungen die nötigen Anregungen für ihre Texte verschafft. So erkundeten die Autorinnen und Autoren mehrmals die fantastische Ausstellung „Haux Haux“ von Ernesto Neto im Arp Museum im Bahnhof Rolandseck, um der Entstehung von Universum, Welt und Leben auf die Spur zu kommen. In der Bonner Ausstellung "Outer Space. Faszination Weltraum" in der Bundeskunsthalle fanden sie Antworten auf Fragen zum Weltraum, zum Urknall und zum Leben im All.

Zur Entstehung des Universums hat das Ohrenkuss-Team unterschiedliche Ansichten. "Blau war die Welt", sagt Anna-Lisa Plettenberg. Dagegen meint Tobias Wolf: "Also, am Anfang war die Erde ein Feuerball." Robert Petkewitz sagt: "Adam und Eva zuerst. Alles cool." Doch Julia Bertmann holt ein bisschen weiter aus: "Zuerst kamen die Dinosaurier, dann kamen die Affen, dann die Urzeit-Menschen und dann wir." Wer zuerst nach dem Anfang kam, weiß auch Marley Thelen nicht so genau, aber eins ganz gewiss: "Die Stimmung war gut."

Die Entwicklung des Menschen nehmen die Ohrenkuss-Autorinnen und Autoren in einem eigenen Kapitel in den Blick. "Ich war früher ein Affenmensch", meint Maximilian Kurth mit Blick auf die Menschheitsgeschichte. Und Daniel Rauers berichtet, dass unsere Urahnen Adam und Eva nur deshalb aus dem Paradies geworfen wurden, weil sie verbotene Äpfel gegessen hatten. Ein Kapitel über den Anfang des eigenen, menschlichen Lebens verbindet das Große mit dem Kleinen. Verena Elisabeth Turin sagt: "Der Anfang des Lebens ist wunderschön." Und Katja Sothmann schreibt: "Wie meine Mama mit mir schwanger war ab da beginnt mein leben."

Um Zellen und Chromosomen geht es in den Texten der Autorinnen und Autoren auch. Und wie der Weltraum und der Urknall sich mit dem Leben im All und auf der Erde verbinden, zeigen die Absätze über die Bonner "Outer Space"-Schau. Darin schreibt Angela Fritzen den Satz: "DAS DOWN-SYNDROM IST EIN ALIEN."

Ob das mit dem Alien stimmt, können Ohrenkuss-Fans übrigens nicht nur bei den bundesweiten Aktionen zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März erfahren, sondern in Kürze auch in einer besonderen Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle (29.10.2016 bis 12.02.2017). Die Schau mit dem Titel "TOUCHDOWN" entsteht in Kooperation mit der Ohrenkuss-Herausgeberin, der gemeinnützigen downtown-Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Denn "TOUCHDOWN 21" ist auch der Titel eines aktuellen partizipativen Forschungsprojektes, das Material und Wissen über das Down-Syndrom sammelt, analysiert und kuratiert und im Internet auf www.touchdown21.info für alle in klarer Sprache zugänglich macht.

REHACARE.de; Quelle: Ohrenkuss

Mehr über Ohrenkuss unter: www.ohrenkuss.de