Orthopädietechnik: Qualifizierte Fachkräfte sichern Mobilität und Lebensqualität

19.07.2013
Foto: Hand schraubt an Beinprothese

Die modernisierte Ausbildungsordnung wird zum 1. August in Kraft treten;
© BIBB/ES

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der beruflichen Praxis die Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker modernisiert und an aktuelle Anforderungen angepasst.

Die neue Ausbildungsordnung geht zum 1. August an den Start. Sie löst die bereits 17 Jahre alte Verordnung für den Beruf Orthopädiemechaniker und Bandagist ab.

Um in einer mobiler werdenden Gesellschaft die Lebensqualität zu sichern, benötigen immer mehr Menschen mit vorübergehenden oder ständigen körperlichen Beeinträchtigungen orthopädietechnische Unterstützung. Der Bedarf an Rehabilitationsmitteln und Prothesen steigt bei älteren wie auch jüngeren Menschen, und die fachgerechten Lösungen werden immer komplexer.

Das Tätigkeitsfeld der Orthopädietechnik-Mechaniker ist vielfältig. Sie konstruieren, bauen und passen orthopädietechnische Hilfsmittel nach Maßen der Patienten an und halten Prothesen, Orthesen – also orthopädische Apparate zur Entlastung, Stabilisierung, Ruhigstellung oder Korrektur von Gliedmaßen oder Rumpf – und rehabilitationstechnische Geräte instand. Bei der Patientenversorgung beachten sie anatomische, physiologische, biomechanische und pathologische Gegebenheiten. Sie wahren den Patientendatenschutz und achten im Kundenkontakt auf Diskretion, Sensibilität und kulturelle Identitäten.

Die Fachkräfte werden in Orthopädietechnik- und Rehabilitationswerkstätten sowie in Sanitätshäusern eingesetzt. Darüber hinaus erfolgt die Patientenversorgung oft direkt im Krankenhaus oder auch im häuslichen Bereich.

Durch die Modernisierung und Neustrukturierung wird das Berufsbild den Anforderungen der Bereiche Prothetik, individuelle Orthetik und individuelle Rehabilitationstechnik gerecht, indem entsprechend differenzierte Schwerpunkte über ein halbes Jahr zum Ende der Ausbildung geschaffen wurden. Weiterhin wurde die vormalige Ausbildungszeit von dreieinhalb Jahren auf drei Jahre reduziert.

2012 wurden in diesem Beruf 462 neue Ausbildungsverhältnisse registriert, knapp 40 Prozent davon mit weiblichen Auszubildenden. Die modernisierte Ausbildung eröffnet nach erfolgreichem Abschluss vielfältige berufliche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten im Gesundheitswesen, so insbesondere die Weiterbildung zum Orthopädiemechaniker- und Bandagisten-Meister, um damit den Grundstein für eine selbstständige Ausübung des Handwerks zu legen. Darüber hinaus kann, wer über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, ein Studium im Bereich der Medizintechnik aufnehmen.

REHACARE.de; Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Mehr über das Bundesinstitut für Berufsbildung unter: www.bibb.de