Quartier der Zukunft: Seniorengerecht und barrierefrei

10.07.2013
Foto: Rollifahrer in barrierefreier Küche

Barrierefreie Wohnungen sind nicht nur für Menschen mit Behinderungen hilfreich, sondern auch für Senioren; © Jenny Sturm/panthermedia.net

Das Thema Quartier hat zurzeit Hochkonjunktur und wird in der Praxis weiter an Bedeutung gewinnen. Für den Verbleib und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Quartier sind insbesondere Ältere und Menschen mit Behinderung auf senioren- und behindertengerechte Wohnungen angewiesen.

Die aktuelle Studie des Regionaldaten-Instituts Pestel aus Hannover geht davon aus, dass zurzeit bundesweit 2,5 Millionen senioren- und behindertengerechte Wohnungen fehlen. "Wollen wir Selbstbestimmung und den Verbleib im Quartier leben, darf der Wohnungsmarkt für Senioren und Menschen mit Behinderung nicht länger vernachlässigt werden", sagte Karl-Heinz Fries, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen, anlässlich der Veranstaltung "Generationenübergreifende Quartiersentwicklung als Aufgabe sozialer Inklusion" des VdK NRW am 8. Juli in Düsseldorf.

Viele Menschen machen sich Sorgen, ob sie in den eigenen vier Wänden bleiben können. Meist müssen sie nur deshalb aus ihrer Wohnung, weil diese nicht senioren- oder behindertengerecht ist. Von der Wohnung ins Heim – ein schwerer Schritt, der sich oft vermeiden lässt und soziale Folgekosten sparen kann.

„Ziel der Landesregierung ist es, Wohnquartiere zu schaffen, in denen Wohnen bezahlbar, generationengerecht und energieeffizient ist“, erklärte NRW-Bauminister Michael Groschek als Gastredner der Veranstaltung. Er verwies auf das „Bündnis für Wohnen“, in dem Politik und Wohnungswirtschaft gemeinsam agieren. Das Wohnraumförderprogramm 2013 sieht eigens Mittel für die Entwicklung von Quartieren vor. „Heimat beginnt vor der Haustür!“ Ausgehend von diesem Ansatz will NRW-Bauminister Michael Groschek die Förderung von Siedlungen und Wohnquartieren deutlich verstärken.

"Die räumliche Segregation in wohlhabende und abgehängte Quartiere in deutschen Großstädten wird immer sichtbarer. Den Menschen in den so genannten marginalisierten Quartieren werden immer prekärere Lebenssituationen zugemutet. Besonders betroffen sind vor allem Menschen aus unteren sozialen Schichten und Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch viele Senioren und Menschen mit Behinderungen. Wir benötigen deshalb dringend Konzepte einer inklusiven Stadtentwicklung, die den öffentlichen Raum für alle barrierefrei gestaltet und vielfältig nutzbar macht", so Markus Ottersbach von der Fachhochschule Köln.

"Für uns als Sozialverband sollen die Lebensbedingungen von Älteren, von Menschen mit Behinderungen, Pflegebedürftigen aber auch von Familien und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte vor Ort selbstbestimmt und teilehabeorientiert sein. Soziale Ungleichheit, Ausgrenzung und Vereinsamung können in einem funktionierenden Quartier durch unterstützende Strukturen, soziale Gefüge und Gemeinschaft überwunden werden", sagte Fries.

REHACARE.de; Quelle: Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen e.V.

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