Ratgeber: Wissenswertes zum Führerschein für Menschen mit Behinderung

19.12.2014
Foto: Mann beim Umsetzen vom Rollstuhl ins Auto

Selbstbestimmte Mobilität, beispielsweise mit einem eigenen Auto, ist Menschen mit Behinderung wichtig; © Fabrice Michaudeau/ panthermedia.net

Dass Menschen mit körperlicher oder psychischer Behinderung auf den Führerschein verzichten müssen, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Entscheidend dafür ist nicht die Frage, ob eine Behinderung vorliegt, sondern ob die Fahrtüchtigkeit durch die Einschränkung beeinträchtigt wird. Weil die Informationen zu diesem Thema auch im Internet recht dünn gesät sind, gibt es nun einen kompakten Ratgeber zum kostenlosen Download.

Welche Voraussetzungen müssen Menschen mit Behinderung erfüllen, um den Führerschein machen zu können? Auf diese Frage bietet der neue Ratgeber von Autoscout24 explizite Antworten. Denn die Anforderungen sind höchst unterschiedlich und hängen stark vom individuellen Fall ab. Während Menschen mit körperlicher Behinderung mit umgerüsteten Fahrzeugen meist problemlos am Straßenverkehr teilnehmen können, ist die Situation bei anderen Behinderungen oft komplizierter. Das gilt insbesondere, wenn Krankheiten die Ursache sind, die sich mit fortschreitendem Verlauf verschlimmern können. Deshalb geht der Ratgeber sowohl auf körperliche Beeinträchtigungen als auch auf psychische Einschränkungen ein.

Nach einer kurzen Einführung schildert der Ratgeber den Weg zum ersehnten Führerschein – oder was notwendig ist, um den Führerschein umzuschreiben. Weil die Führerscheinstelle als Aufsichtsbehörde den Führerschein ausstellt oder diesen verweigert, empfiehlt der Ratgeber zunächst die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Dieser verlangt den Nachweis der Fahrtüchtigkeit, der über verschiedene Gutachten geschieht. Sofern es sich um eine rein körperliche Beeinträchtigung handelt, reicht üblicherweise ein medizinisches Gutachten aus. Falls psychische oder neurologische Gründe die Ursache der Beeinträchtigung sind, ist üblicherweise eine medizinisch-psychologische Untersuchung gefordert. Ein technisches Gutachten ist schließlich dann gefragt, wenn das Fahrzeug behindertengerecht umgebaut werden muss. Worauf die Gutachter für die jeweiligen Gutachten achten, wird im Ratgeber erläutert.

Gegebenenfalls haben Menschen mit Behinderung außerdem einen Anspruch auf Zuschüsse oder Beihilfen für Gutachten, Führerschein sowie Anschaffung und Umbau des Fahrzeugs. Auch dieser Aspekt wird im Ratgeber anschaulich erläutert. Die Zuschüsse sind auch deshalb notwendig, weil der Führerschein für Menschen mit Behinderung nicht nur wegen der Gutachten teurer ist als ein normaler Führerschein. Warum das so ist, erläutern Experten von Fahrschulen in Form von Interviews. Angeboten wird die Fahrausbildung für Menschen mit Behinderung nämlich in erster Linie von Fahrschulen, die sich auf diese Klientel bis zu einem gewissen Grad spezialisiert haben. Die Fahrlehrer sind im Umgang mit Schwerbehinderten geschult und die Fahrzeugflotte beinhaltet Fahrzeuge mit den entsprechenden Umbauten. Weil sich dadurch die Investitions- und Betriebskosten der Fahrschulen erheblich erhöhen, müssen sie auch entsprechend mehr für die Fahrstunde verlangen.

Interessierte, die wissen möchten, wie viel sie für den Führerschein zahlen müssen, können vorab einen Online-Rechner nutzen. Hier brauchen sie nur die jeweiligen Posten einzugeben und bekommen angezeigt, was sie der Führerschein aller Voraussicht nach kosten wird. Weitere Rechner stehen für die Anschaffung von behindertengerechten Fahrzeugen sowie für die Kfz-Steuer zur Verfügung.

REHACARE.de

Mehr über den Ratgeber zum Führerschein für Menschen mit Behinderung unter: www.themen.autoscout24.de