Smart-Home-Technologien schaffen Mehrwert im Alter

18.10.2013
Foto: Schlafende ältere Frau

Smart-Home-Systeme lassen ältere, alleinlebende Menschen wieder besser schlafen; © Wavebreakmedia ltd/
panthermedia.net

In 100 Haushalten in Baden-Württemberg, in denen über 65-jährige Menschen alleine leben, erfassen Bewegungs- und Kontaktsensoren im Zusammenwirken mit intelligenten Stromzählern und einer Softwareplattform alltägliche Tätigkeiten der Bewohner, beispielsweise die Regelmäßigkeit des Schlafens.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird in dieser bisher einmaligen Feldstudie seit Mai 2011 mit freiwilligen Testpersonen erforscht, wie sich alters- oder behinderungsbedingte und gesundheitliche Einschränkungen auf die Aktivitäten von Menschen auswirken. Aufbauend auf den dabei gewonnenen Informationen entwickelt das FZI Forschungszentrum Informatik zusammen mit Partnern aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, unter anderem dem DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz, neuartige Betreuungskonzepte, die Pflegedienstleistungen und technische Lösungen gestützt auf neueste Smart-Home-Technologien miteinander verbinden.

Durch die Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Alleinlebende mit gesundheitlichen Einschränkungen sich durch Smart-Home-Technologien sicherer fühlen und stärker in das gesellschaftliche Leben eingebunden sind. Angehörige können beruhigter sein, weil sie sich über das Wohlbefinden ihrer älteren Verwandten regelmäßig informieren lassen können. Pflegedienste können aufgrund der Informationen präventiv auf sich abzeichnende Gesundheitsveränderungen reagieren. In kritischen Situationen, angezeigt zum Beispiel durch Inaktivität, alarmieren die intelligenten Technologien umgehend die Pflegedienste und Rettungskräfte.

Das Smart-Home-System beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen nicht, da es unaufdringlich in der Wohnung arbeitet. Der Nutzer muss dabei keine speziellen Geräte mit sich tragen, wodurch sich die Probanden bereits nach kurzer Zeit an die Anwesenheit der kleinen Helfer gewöhnt haben. „Ich nehme die Sensoren überhaupt nicht mehr wahr“, bestätigte eine der Testpersonen. Solange keine Kameras in ihrer Wohnung verteilt seien, fühle sie sich mit der neuen Technik wohl und sehr sicher.

20 der 100 Probanden werden nach dem Ende der Feldstudie im Oktober 2013 das in ihren Haushalten installierte Smart-Home-System „easierLife“ behalten. Es zeichnet Sensordaten auf, gleicht Befunde ab und steuert Meldeverfahren. Der DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz und die an der Studie beteiligten DRK Kreisverbände Baden-Baden, Müllheim und Säckingen sehen in den Projektergebnissen eine hervorragende Möglichkeit zur Ergänzung und zusätzlichen Verbesserung ihres bisherigen Hausnotrufsystems durch qualifizierte Informationen. Mit Unterstützung der Wissenschaftler aus dem FZI Living Lab smart-Home/AAL sollen die entwickelten Technologien in Verbindung mit Betreuungsleistungen in den Regeleinsatz gebracht werden.

Die Ergebnisse der Feldstudie werden am 24. Oktober 2013 im Rahmen einer Projektabschlussveranstaltung am FZI geladenem Fachpublikum vorgestellt.

REHACARE.de; Quelle: FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

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