So tickt Agnes Gebler!

25.05.2016

Wer offen und ehrlich interessiert ist an anderen Menschen, auch an denen, die anders sind als man selbst, der hat auch weniger Vorurteile. Davon ist Agnes Gebler überzeugt. Für anfängliche Berührungsängste hat sie aber Verständnis. Wichtig ist ihr die Bereitschaft auf andere zuzugehen. Was ihr noch am Herzen liegt und auf welche Fragen sie gerne Antworten hätte, erzählt sie auf REHACARE.de.

Foto: Agnes Gebler; Copyright: privat

Agnes Gebler; © privat

Name: Agnes Gebler
Alter: 35
Wohnort: Leipzig
Beruf: Bürofachkraft
Behinderung: Williams-Beuren-Syndrom
Hier geht es zur Zeitung der Behindertenwerkstatt, für die Agnes Gebler gelegentlich schreibt: www.dat-leipzig.de/aktuelles/schneckenpost

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Agnes Gebler: Vorletzte Woche. Über das Hörbuch von Walter Moers "Der Fönig", gelesen von Dirk Bach. Da kann man sich nur schlapp lachen. Sehr empfehlenswert.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Agnes Gebler:  Ich wollte schon immer mal wissen wie es ist, wenn man im Auto sitzt und fährt. Aber da ich Orientierungsprobleme habe und da manchmal panisch werde, werde ich das nie wissen. Einen Führerschein wollte ich eh nicht machen. Auch aus genannten Gründen. Aber mal auf so einen Übungsparkplatz oder so – das würde mich schon mal reizen.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Agnes Gebler: Beeinflusst haben mich in meinem Leben viele Menschen. Aber wenn ich einen nennen soll der mich mit am meisten beeinflusst hat, würde ich sagen ein guter Freund (aus Datenschutzgründen nenne ich den Namen nicht) von meiner Arbeit. Weil ich ihm viel zu verdanken habe und er immer für mich da ist.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Agnes Gebler: Ich würde mich erst einmal informieren, was denn die Wünsche und Bedürfnisse der behinderten Menschen sind, um entweder da weiter zu machen, wo mein "Vorgänger" aufgehört hat, oder um neue Sachen in Angriff zu nehmen.

Foto: Zwei Hände umschließen das Lenkrad eines Autos; Copyright: panthermedia.net/BestPhotoStudio

Mal hinter dem Lenkrad eines Autos zu sitzen, wäre für Agnes Gebler ein kleiner Traum; © panthermedia.net/BestPhotoStudio

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Agnes Gebler:
Gabrielle Marion Rivard. Sie ist Schauspielerin in dem Film "Gabrielle - (K)eine ganz normale Liebe" von 2013. Sie hat die gleiche Behinderung wie ich. Wenn man mich anschaut und sie im Vergleich sieht, sieht sie mir auch ähnlich. Deswegen denke ich, sie wäre am besten dafür geeignet.

Ich wäre gern einmal …

Agnes Gebler: Fällt mir gerade leider nichts so richtiges ein. Ich hoffe das ist okay.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Agnes Gebler: Am meisten wünsche ich mir Antworten auf Fragen, die mir und vielen anderen nur eine Person geben könnte, aber die Person ist nicht mehr da. Ansonsten gibt’s auch für mich Fragen, die viele beschäftigen, aber die auch nur schwer zu beantworten sind. Fragen um Krieg in der Welt. Fragen um Bewertungen und Vorurteile. Fragen um Verhalten Flüchtlingen gegenüber und so weiter.

Was ich noch sagen wollte ...

Agnes Gebler: Ich möchte mich bedanken, dass ich hier teilnehmen durfte und hoffe, dass ich die Fragen so gut wie möglich beantwortet habe.