So tickt Anna Mühlhause!

Menschen mit Behinderung sollen in allen Lebensbereichen gleichberechtigte Chancen haben. Diese eigentliche Selbstverständlichkeit liegt der Schülerin Anna Mühlhause sehr am Herzen. Ihre Meinung zu Mitleid gegenüber behinderten Menschen ist daher recht eindeutig. Und was ein Rollstuhl und der McDrive mit ihrem größten Wunsch zu tun haben, erzählt sie auf REHACARE.de.

03.02.2016

Foto: Anna Mühlhause; Copyright: privat

Anna Mühlhause; © privat

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Anna Mühlhause: Ich habe das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht als ich mit meinen Freunden mit dem Bus unterwegs war und mein auf dem Rollstuhlstellplatz stehender Rollstuhl bei einer scharfen Bremsung des Busfahrers die Treppe heruntergefallen ist.
 
Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Anna Mühlhause: Mein größter Wunsch war es, einmal mit dem Rollstuhl durch den McDrive zu fahren. Allerdings habe ich mir diesen Wunsch letztes Jahr erfüllt.

Ich würde unglaublich gern mal Bungee-Jumping machen. Warum ich es mir bis jetzt noch nicht getraut habe, kann ich ehrlich gesagt gar nicht so genau sagen.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Anna Mühlhause: Meine Eltern haben mich am meisten beeinflusst, weil sie mich zu der starken und selbstbewussten Person geformt haben, die ich heute bin.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?


Anna Mühlhause: Ich würde mit ein paar Rollstühlen auf die Straße gehen, mir einige Passanten suchen und mit ihnen die Barirrefreiheit in unserer Stadt testen. Nach Auswertung der Ergebnisse würde ich Lösungsmöglichkeiten für die gefundenen Barrieren finden.
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Wenn sie nicht gerade mit ihrem Rollstuhl durch den McDrive fährt, berichtet Anna Mühlhause in ihrem Blog aus ihrem Alltag; © privat

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Anna Mühlhause:
Wahrscheinlich meine große Schwester Franzi, weil sie mir sehr ähnlich ist und mich von Anfang an kennt.

Ich würde gern einmal …

Anna Mühlhause:
... für einen Tag meinen Alltag als Fußgängerin bestreiten.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Anna Mühlhause:
Wie wird meine Zukunft aussehen? Werde ich irgendwann einmal auf den Rollstuhl verzichten können? Werde ich alles schaffen, was ich mir vorgenommen habe?

Was ich noch sagen wollte ...

Anna Mühlhause:
Menschen mit Behinderung brauchen kein Mitleid sondern Akzeptanz in der Gesellschaft. Denn sie sind Menschen wie du und ich!