So tickt Christiane Schweiker!

Eine Krankheit ist nicht zwangsläufig eine Strafe, sondern eine Chance, sich neu zu entdecken. Diese Erkenntnis ist Christiane Schweiker sehr wichtig. Denn ihre eigene Lebensqualität liegt ihr sehr am Herzen. Sie möchte so lange wie möglich eigenständig für sich sorgen und verantwortlich sein können. Ob und inwiefern fiese Stolperfallen sie dabei behindern, erzählt sie auf REHACARE.de.

29.07.2015

Foto: Christiane Schweiker; © Christiane Schweiker

Christiane Schweiker; © Christiane Schweiker

Name: Christiane Schweiker
Alter: 41
Wohnort: Mainz
Beruf: nicht berufstätig
Behinderung: Ich beherberge eine Multiple Sklerose, die Fibromyalgie sowie eine Zöliakie verbunden mit einem Reizdarmsyndrom.
Mehr über Christiane Schweiker unter: www.fettnapftante.wordpress.com
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Christiane Schweiker: Ich lache sehr viel und sehr gerne. Humor ist ein guter Filter, um nicht in Selbstmitleid zu versinken. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal herzhaft gelacht habe.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Christiane Schweiker: Ich wollte schon immer mal ein Foto-Shooting machen. Angebote dafür gab es immer wieder, getraut habe ich mich bisher nicht. Ich finde mich nicht besonders fotogen, obwohl mir mein Umfeld stets versichert, dass ich es sehr wohl bin.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Christiane Schweiker: In erster Linie mein Sohn Maurice. Durch ihn habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Er hat mir sehr oft einen Spiegel vorgehalten und das war gut so. Durch ihn konnte ich meine eigene Kindheit verarbeiten. Er hat davon sicher auch profitiert. Ich bin eine Mutter, die Fehler zugeben kann, und besitze auch die Gabe, mich in das Gegenüber reinversetzen zu können. Wir verstehen uns blind und sind immer sehr ehrlich und direkt zueinander.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Christiane Schweiker: Ich würde sämtliche Pflastersteine aus Gehwegen und Straßen entfernen. Diese fiesen Stolperfallen braucht kein behinderter Mensch. Mit einem Rollstuhl über Pflastersteine zu fahren ist lebensgefährlich. Ich musste 2011 die Erfahrung machen und das war alles andere als schön.
Foto: Christiane Schweiker steht vor einem großen Schild; © Christiane Schweiker

2013 hat es Christiane Schweiker nach Mainz verschlagen. Gebürtig stammt sie aus dem Schwabenland; © Christiane Schweiker

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Christiane Schweiker: Da mir niemand einfällt, muss ich es wohl selbst in die Hand nehmen.

Ich wäre gern einmal …

Christiane Schweiker: schmerzfrei. Ein Tag ohne Schmerzen wäre traumhaft.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Christiane Schweiker: Warum werden kranke Menschen so verpönt?

Was ich noch sagen wollte ...

Christiane Schweiker: Ihr lieben Menschen da draußen, Gesundheit ist kein Privileg! Es kann Jeden immer und überall treffen. Bitte seid so nett und hört auf, uns „Nicht-Gesunden“ gut gemeinte Ratschläge zu erteilen oder uns wie Aussätzige zu behandeln. Wir bemühen uns täglich, das Beste aus unserer Situation zu machen und wissen, was uns gut tut und was wir wert sind. Danke.