So tickt Christoph Gockeln!

Offen und ehrlich durchs Leben zu gehen, ist für Christoph Gockeln selbstverständlich. In seinen Augen muss man im Zweifelsfall auch mal über sich selbst lachen können. Und er tut das besonders gerne. Was dem politisch engagierten Programmierer außerdem am Herzen liegt und zu welchen beiden Personen des öffentlichen Lebens er einen besonderen Bezug hat, erzählt er auf REHACARE.de.

06.04.2016

Foto: Christoph Gockeln; Copyright: privat

Christoph Gockeln; © privat

Name: Christoph Gockeln
Alter: 27
Wohnort: Wesel
Beruf: Programmierer
Behinderung: Rollstuhlfahrer
Mehr über Christoph Gockeln unter: http://keep-rollin.de
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Christoph Gockeln:
Hmm, das kann nicht lange her sein. Müsste gestern Nachmittag gewesen sein. Ich liebe es hin und wieder etwas rumzualbern. Mit Freunden oder Familie. Dabei kann ich auch gerne über mich selbst lachen. Genau das war gestern einmal mehr der Fall. :)
 
Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Christoph Gockeln: Ich wollte schon immer mal nach Amerika. Bis vor Kurzem habe ich mich aber nicht in einen Flieger getraut. Jetzt habe ich mit London angefangen und hoffe es dann demnächst auch einmal nach Amerika zu schaffen.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Christoph Gockeln: Schwere Frage. Ich denke, einen Menschen alleine kann ich nicht nennen. Am direktesten auf jeden Fall meine Eltern und Geschwister. In meinem bisherigen Leben haben sie mir immer wieder in schwierigen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Aus dem öffentlichen Leben gibt es allerdings viele weitere Menschen, die mich beeinflusst haben. Zum Beispiel Helmut Schmidt mit seiner geraden und direkten Art.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Christoph Gockeln: Wahrscheinlich würde ich das Thema Inklusion erheblich forcieren. Nicht nur im Bereich der schulischen Inklusion, sondern vor allem auch der gesellschaftlichen Inklusion. Meiner Meinung nach ist es aktuell leider viel zu oft ein Lippenbekenntnis.

Foto: Nahaufnahme von einem Fußball, der gerade ins Tor fliegt; Copyright: panthermedia.net/Krivosheevv

Christoph Gockeln würde auch gerne mal einen Fußball so ins Tor schießen; © panthermedia.net/Krivosheevv

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Christoph Gockeln:
Ich könnte mir gut vorstellen von Hugh Laurie (Dr. House) gespielt zu werden. Seine Ironie und sein Humor sind genial und werden auch mir gelegentlich nachgesagt.

Ich wäre gern einmal …

Christoph Gockeln: Fußballspieler. Klingt billig, ist aber so. :)

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Christoph Gockeln: Es sind zu viele. Angefangen von Fragen der Physik, die ich einfach nicht verstehe, über Fragen der Politik und Gesellschaft bis hin zu Fragen der Philosophie. Im Grunde gibt es überall viele Fragen, auf die ich gerne eine Antwort hätte. Oft sind einfache oder überhaupt Antworten auf diese Fragen nicht vorhanden.

Was ich noch sagen wollte ...

Christoph Gockeln: Man darf nie aufgeben. Egal welche Krankheit oder Behinderung man hat, man sollte stets versuchen, das Beste daraus zu machen. Oft hilft auch eine ordentliche Portion Selbstironie und die Fähigkeit auch über sich selbst zu lachen. Verbissenheit und Aufgeben lohnen sich nicht.