So tickt Dr. Carsten Rensinghoff!

07.12.2016

Nichts über uns ohne uns! Diese Devise der UN-Behindertenrechtskonvention fordert Dr. Carsten Rensinghoff vor allem bei Entscheidungen in der Behindertenpolitik. Das wäre in seinen Augen die Grundlage für eine vollumfängliche Inklusion. In welchen Bereichen er in dieser Hinsicht noch Probleme sieht und wer ihn besonders beeinflusst hat, erzählt er auf REHACARE.de.

Foto: Dr. Carsten Rensinghoff; Copyright: Andrea Rensinghoff

© Andrea Rensinghoff

Name: Dr. Carsten Rensinghoff
Alter: 47
Wohnort: Witten
Beruf: Peer Support, Disability Studies
Behinderung: Schwere Hirnverletzung nach Straßenverkehrsunfall

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Dr. Carsten Rensinghoff: Am 06.10.2016 bei der Sendung Extra3 über die politische Satire.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Dr. Carsten Rensinghoff: Medizin studieren – mir wurde davon aber durch einen Medizinprofessor abgeraten, weil meine Halbseitenlähmung links dem entgegensteht.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Dr. Carsten Rensinghoff: Mein Mitrehabilitand Robert, der mir – als Experte in eigener Sache – während meiner stationären Reha in Gailingen gezeigt hat, wie ein Leben mit Hirnverletzung möglich ist.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Dr. Carsten Rensinghoff: Ich würde das Bundesteilhabegesetz behinderungsgerecht gestalten.

Foto: Dr. Carsten Rensinghoff; Copyright: Andrea Rensinghoff

Politisch interessiert: Dr. Carsten Rensinghoff; © Andrea Rensinghoff

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Dr. Carsten Rensinghoff: Ich verkörpere mich selber, weil ich mich am besten mit mir auskenne. Ich kenne meine Schwächen und Stärken!

Ich wäre gern einmal...

Dr. Carsten Rensinghoff: hauptamtlich Lehrender für Menschen, die in der sogenannten professionellen Behindertenhilfe arbeiten wollen.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Dr. Carsten Rensinghoff: Warum ist es für Wissenschaftler mit Behinderung deutlich schwieriger im Wissenschaftsbetrieb eine feste Stelle zu bekommen als für nichtbehinderte WissenschaftlerInnen? Warum wird die wissenschaftliche Tätigkeit von Menschen mit Behinderung von der Behindertenhilfe gering geschätzt?

Was ich noch sagen wollte ...

Dr. Carsten Rensinghoff: An den Entscheidungen auf dem Feld Behindertenpolitik müssen vor allem Menschen mit Behinderung EntscheiderInnen sein. Es darf nicht länger – nachteilig – über deren Köpfe hinweg entschieden werden.