So tickt Heiko Mersch!

22.06.2016

Im multikulturellen und vielfältigen Berlin ist Heiko Mersch zu Hause. Doch ihn zieht es in die Ferne: Gerne würde er einmal mit dem Rad durch das Outback von Australien radeln. Wo und bei wem er gerne einmal Feineinstellungen vornehmen möchte und warum ausgerechnet eine Frau die Hauptrolle in der Verfilmung seines Lebens spielen sollte, das verrät er auf REHACARE.de.

Foto: Heiko Mersch; Copyright: privat

Heiko Mersch; © privat

Name: Heiko Mersch
Alter: 45
Wohnort: Berlin
Beruf: Pflegebetreuer und Model
Behinderung: Seit einem Unfall, als ich sieben Jahre alt war, trage ich am rechten Unterschenkel eine Orthoprothese, ohne die ich nur an Krücken gehen kann.
Hier geht es zu Heiko Merschs Facebook-Seite: www.facebook.com/ModelHeikoMersch

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Heiko Mersch: Vor einer Stunde, als eine meiner Katzen im Schlaf wahrscheinlich mal wieder auf Mäusejagd war.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Heiko Mersch: Mein großer Traum war es schon immer, einmal mit dem Rad durch das Outback von Australien zum Ayers Rock zu fahren. Was bislang nicht am Mut, sondern eher am mangelnden Kleingeld scheiterte.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Heiko Mersch: Viele Menschen, die mich im und auch durch das Leben begleitet haben. Jede neue Begegnung und Erfahrung mit Menschen, die mit offenen Augen durchs Leben gehen, bereichern mich.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragter zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Heiko Mersch: 
Die Sichtbarkeit von Menschen mit Einschränkungen in der Öffentlichkeit voranbringen! Jeder Mensch ist gleich und sollte auch so behandelt werden.

Und ich würde den Amtsnamen ändern in "Sichtbarkeitsbeauftragter". Denn nicht wir sind behindert, sondern die Umstände in der Gesellschaft.

Foto: Heiko Mersch bei einer Parade (links); Heiko Mersch sitzt auf Bett, Blumentopf auf dem Schoß (rechts); Copyright: privat & Sven Olaffson

Heiko Mersch würde sich als Bundesbehindertenbeauftragter dafür einsetzen, dass Menschen mit Einschränkungen auch in der Öffentlichkeit sichtbar sind; © privat & Sven Olaffson

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Heiko Mersch: Vom Aussehen her würde ich natürlich Brad Pitt sagen ;-) Kleiner Scherz am Rande. Nein, eigentlich Meryl Streep. Sie war und ist schon immer meine Lieblingsschauspielerin gewesen. Ihr humorvolles, eindringliches und facettenreiches Können würde ich gerne mit bei der Verkörperung meiner Lebensgeschichte sehen.

Ich wäre gern einmal …

Heiko Mersch: ...in den Köpfen einiger Menschen, vor allem in denen von Politikern. Ich würde da am präfrontalen Cortex einige Feineinstellungen vornehmen, damit sie ihren Verstand etwas besser einsetzen können.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Heiko Mersch: Lernt die Menschheit jemals aus Fehlern und respektiert sie irgendwann die Umwelt und zerstört nicht die Hand, die sie am Leben hält?

Was ich noch sagen wollte ...

Heiko Mersch: Geht wie Kinder mit offenen Augen und neugierig durchs Leben und lasst euch nicht vorschreiben, wie ihr zu leben habt! Seid mutig und stolz auf das, was und wer ihr seid. Denn wir haben nur dieses eine Leben. Also genießt es in vollen Zügen!