So tickt Ju Wheelymum!

Ju Wheelymum möchte es am liebsten in die Welt hinausrufen: "Es gibt uns – bitte seht uns!" Die 30-jährige Mutter macht auf ihren Blog regelmäßig auf Eltern mit einer chronischen Krankheit und Behinderung aufmerksam. Auf REHACARE.de verrät sie, wer ihr Fels in der Brandung ist und wessen schiefer Gesang sie glücklich macht.

04.05.2016

Foto: Ju Wheelymum; Copyright: privat

Ju Wheelymum; © privat

Name: Ju Wheelymum
Alter: 30
Wohnort: Baden
Beruf: Früher Erzieherin, heute leider EU-Rentnerin
Behinderung: Ich habe eine chronische Krankheit und bin auf den Rollstuhl angewiesen
Mehr über Ju Wheelymum unter: wheelymum.wordpress.com
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Ju Wheelymum:
Ich habe einen zweijährigen Sohn. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht herzhaft lachen muss. Heute Morgen zum Beispiel, als er voller Inbrunst ein Lied gesungen hat und ich kein Wort davon verstanden habe. Aber die Melodie konnte er wunderbar halten.
 
Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Ju Wheelymum: Ich wollte früher immer einmal Paragleiten. Irgendwie habe ich es immer auf das nächste Mal verschoben – wahrscheinlich wegen meiner Höhenangst. Mittlerweile kann ich das leider nicht mehr machen, da die Erschütterungen während des Starts und der Landung zu stark wären.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Ju Wheelymum: Meine allerbeste Freundin. Weil sie immer da ist - wie ein Fels in der Brandung. Sie lässt sich durch nichts beirren und hat so ein unsagbar gutes Gespür dafür, was richtig ist beziehungsweise wie man sich gerade am besten verhält. So viel Empathie.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ju Wheelymum: Ganz trivial: Bordsteinkanten absenken. Und danach eine Anlaufstelle für behinderte Menschen einrichten, zu der man mit seinen Sorgen, Fragen und Nöten aber auch Anträgen kommen kann. Von dieser Stelle aus, soll dann alles an die entsprechenden Fachbereiche weitergeleitet werden.

Foto: Ju Wheelymum im Rollstuhl (links) und mit ihrem Kind (rechts); Copyright: privat

© privat

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Ju Wheelymum:
 Es mag sehr eingebildet klingen: Ich selbst. Denn niemand kennt mich so gut wie ich. Ok, mit meiner schauspielerischen Leistung werde ich keinen Oscar gewinnen, aber der Film wäre authentisch.

Ich wäre gern einmal …

Ju Wheelymum: Ein Mann – aber nur für einen Tag. Ich würde einfach gerne bestimmte Verhaltensweisen verstehen können.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Ju Wheelymum: Vor was haben Menschen Angst, die immer noch so viele Vorurteile gegenüber anderen Menschen haben?

Was ich noch sagen wollte ...

Ju Wheelymum: Liebe Menschen, liebe Eltern: bitte traut euch. Sprecht Eltern mit Behinderungen an. Und Eltern mit Behinderungen: traut euch, zeigt euch. Wir sind da. Wir gehören dazu.

Für Eltern mit Behinderungen oder Krankheiten, die gerne etwas zu dem Thema sagen möchten: Ich suche immer Gastautoren für meine Blogreihe "Eltern mit Behinderungen".