So tickt Katarina B.!

Die Diagnose Multiple Sklerose (MS) bedeutet nicht, dass das Leben von nun an weniger lebenswert ist. Diese Meinung vertritt Katarina B. sehr deutlich und ist selbst das beste Beispiel dafür. Mit ihrem Blog will sie anderen Mut machen und Hoffnung geben. Wie herrlich normal ihr Alltag mit MS ist und welche Menschen sie prägen, erzählt sie auf REHACARE.de.

10.06.2015

Foto: Katarina B.; Copyright: staublos.ch

Katarina B.; © staublos.ch

Name: Katarina B.
Alter: 36
Wohnort: St. Gallen, Schweiz
Beruf: Anwaltsassistentin, Hausfrau und Mutter, bloggt als staublos.ch
Behinderung: Multiple Sklerose

Mehr von und über Katarina B. unter: www.staublos.ch
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Katarina B.: Vor ein paar Tagen als sich mein Mann, mir zu Liebe, auf der Nintendo Wii dem Balancetest unterzogen hat. Und als wir alte Kindervideos geschaut haben.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Katarina B.: In schwierigen Situationen einfach dem Schicksal vertrauen und nicht alles kontrollieren oder verstehen müssen.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Katarina B.: Ich habe das große Glück, mehrere wichtige Menschen in meinem Leben zu haben. Deshalb kann ich mich nicht nur für einen Menschen entscheiden.

Freundin C. kenne ich seit wir etwa 13 sind. Wir sind auf der gleichen Wellenlänge, sie spricht genauso schnell wie ich, sie versteht meinen Kontrollwahn und ist manchmal genauso verwirrt und nervös wie ich. Wir haben die Pubertät zusammen durchgemacht, haben uns bei wichtigen Entscheidungen beraten – eine Art Seelenverwandtschaft.

Mein Mann, den ich mit 20 kennengelernt und vor elf Jahren geheiratet habe. Durch ihn lerne ich mich noch heute immer wieder neu kennen.

Freundin D., die ich im Büro kennengelernt habe. Es war Liebe auf den ersten Blick. Mit ihr telefoniere ich täglich, mache Städtereisen. Wir verstehen uns durch Blickkontakt. Ich rege mich bei ihr ab und sie holt mich immer auf den Boden zurück.

Mein Bruder, der immer eine ehrliche Meinung hat, egal wie unbequem es werden könnte.

Meine beiden Söhne, die mein Leben auf allen Ebenen verändert haben.
Foto: Katarina B.; Copyright: staublos.ch

Katarina B. braucht zwischendurch vielleicht mal die eine oder andere Ruhepause, aber von ihrer Diagnose MS lässt sie sich noch lange nicht unterkriegen; © staublos.ch

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Katarina B.: Anreize für Unternehmen schaffen, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten auch in Teilzeit anzubieten. Dafür sorgen, dass eine Behinderung/Krankheit nicht wie ein Stigma im Berufsleben an einem klebt, sondern als Chance auf andere Sichtweisen verstanden wird.
 
Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Katarina B.: Auch hier kann ich mich nicht entscheiden. Ich tendiere zu Mila Kunis, Kate Hudson und Charlize Theron. Humorvolle und starke Frauen.

Ich wäre gern einmal …

Katarina B.: erwachsen.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Katarina B.: Wie entsteht MS? Zu welchen Menschen werden sich meine Söhne in zehn, zwanzig Jahren entwickeln?

Was ich noch sagen wollte ...

Katarina B.: Lasst euch von nichts und niemandem jemals unterkriegen. Seht in jedem Rückschlag eine neue Herausforderung.