So tickt Matthias Klei!

26.10.2016

Matthias Klei liebt es Grenzen zu überwinden, stellt sich gern persönlichen Herausforderungen und versucht, seine Träume zu verwirklichen – zum Beispiel eine Weltreise. Eine auf benachteiligte Menschen ausgerichtete, inklusive Gesellschaft würde vieles erleichtern. Warum Christoph Waltz für ihn die perfekte Besetzung in einem Film wäre und was ihm auf den Keks geht, verrät er uns auf REHACARE.de.

Foto: Matthias Klei vor einer Betonwand mit buntem Graffiti-Slogan "Welcome to Hamburg - Tor zur Welt"; Copyright: Matthias Klei

© Matthias Klei

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Matthias Klei: Hm… Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Man soll jeden Tag lachen, sonst ist das Leben viel zu ernst und finster.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Matthias Klei: …eine Weltreise über ein Jahr. Problem: Assistenz dafür zu organisieren…
…ein Fotoshooting auf dem Matterhorn.
…Paragliding. Das konnte ich jedoch beides aus Zeitmangel noch nicht verwirklichen.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Matthias Klei:
Ein wichtiger Mensch in meinem Leben ist Frau Brechmann. Sie hat mir den Einstieg in das Berufsleben sehr leicht gemacht und mich damit auch meinem Traum von einem selbstständigen Leben mit Assistenz wesentlich nähergebracht. Aber besonders ausschlaggebend für mein Leben sind meine Eltern, die mich trotz meiner hundertprozentigen Behinderung ganz "normal" erzogen und mich nicht verhätschelt haben – ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin!

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Matthias Klei:
Bürokratie herabsetzen und mich stark machen für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Dafür sorgen, dass die "Schwächsten" der Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt werden – dann geht es unserer Gesellschaft gut.

Foto: Matthias Klei fährt mit Begleitung auf einem Rollstuhl-Schlitten durch eine Schneelandschaft ; Copyright: Matthias Klei

Matthias Klei würde gerne einmal die Welt bereisen; © Matthias Klei

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Matthias Klei:
Christoph Waltz, weil er bereits so viele unterschiedliche Charaktere verkörpert hat, dass es ihn eventuell befähigt, meine Vielfältigkeit darzustellen ;-) Außerdem bringt er das passende verschmitzte Lächeln mit.

Ich wäre gern einmal...

Matthias Klei: …Millionär, damit ich die lästigen Kostenträger nicht im Nacken habe und endlich die Inklusion leben könnte.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Matthias Klei:
Wann hat die Drangsalierung durch Kostenträger ein Ende?

Was ich noch sagen wollte ...

Matthias Klei:
An dieser Stelle möchte ich alle, die sich aufgegeben haben, ermutigen: Nehmt euer Leben in die Hand! Es ist egal, ob ihr eine Behinderung von null oder eine Behinderung von hundert Prozent habt – oder irgendwas dazwischen. Es lohnt sich, seine Träume zu leben. Frei nach dem Motto "nix ist unmöglich" kann man ständig neue Grenzen überschreiten. Wer mehr über meine "Grenzerfahrungen" wissen möchte, kann mich auf meiner Internetseite www.matthias-klei.de besuchen. Ich habe noch mindestens hundert Jahre aktive Lebenskraft vor mir – es bleibt spannend. :)