So tickt Melanie Eilert!

18.05.2016

Jeden Moment genießen und eigene Erfahrungen machen – das ist es, was Melanie Eilert im Leben besonders wichtig ist. Neben ihrem politischen Interesse gilt ihre große Leidenschaft übrigens dem Musical. Wie das die Verfilmung ihres Lebens beeinflussen würde, welche Musical-Darstellerin sie am besten verkörpern könnte und wie ihre Antwort auf jede Frage lautet, erfahren Sie auf REHACARE.de.

Foto: Melanie Eilert; Copyright: privat

Melanie Eilert; © privat

Name: Melanie Eilert
Alter: 29
Wohnort: Hürth bei Köln
Beruf: Als Bürokauffrau beantworte ich im Info-Center des Deutschen Akademischen Austauschdienstes allerlei Anfragen zu den Förderangeboten.
Behinderung: Spinale Muskelatrophie Typ 2
Mehr über Melanie Eilert unter: meilert.net

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Melanie Eilert: An dem Wochenende, als meine beste Freundin geheiratet hat. Es war ein wunderschöner Tag.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Melanie Eilert: Ich würde gerne mal in den Urlaub fliegen.  Am liebsten nach Wien oder New York. Ich habe mich allerdings noch nicht an die Organisation dieser Reise getraut. Außerdem habe ich Angst davor, dass während des Fluges mein E-Rolli kaputtgehen könnte. Das wäre ein sehr großes Problem für mich. 

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Melanie Eilert: Den einen Menschen gibt es für mich nicht, da mich in verschiedenen Lebensabschnitten auch verschiedene Personen beeinflusst haben. Als allererstes hat mich natürlich meine Familie beeinflusst. Danach folgten meine Gruppenleiterin und ältere Mitschüler aus dem Internat und nicht zu vergessen meine beste Freundin. Alle haben mir auf ihre Weise geholfen, meinen Lebensweg zu finden und zu bestreiten. 

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Melanie Eilert: Wie schon einige andere, die an dieser Interview-Reihe teilgenommen haben, würde auch ich mich für ein gutes Bundesteilhabegesetz stark machen.

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Durch meine Assistenz schaffe ich Arbeitsplätze und kann selber arbeiten gehen. Also zahlen ich und weitere Menschen Steuern und Sozialabgaben. Es ist nicht richtig, dass ich von meinem Einkommen für die erhaltene Assistenzleistung sozusagen zusätzlich auch noch eine "Strafe" zahlen muss.

Auch für eine umfassende Barrierefreiheit würde ich mich einsetzen. Die Zeiten, in denen mich Stufen und Treppen zum Beispiel von einem Musical-Besuch abhalten, sollen bald der Vergangenheit angehören.


Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Melanie Eilert:
 Passender wäre, mein Leben zu einem Musical zu machen. Dann würde ich mir wünschen, dass Femke Soetenga mich darstellt. Sie ist ein unheimlich herzlicher und sympathischer Mensch. 

Ich würde gern einmal …

Melanie Eilert: Backstage sein während einer Musical-Vorstellung.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Melanie Eilert: Die Antwort auf alles ist 42.

Was ich noch sagen wollte ...

Melanie Eilert: Niemand sollte einem sagen, was man nicht kann. Denn jeder muss für sich selbst seine Grenzen ausloten. Geht raus ins Leben und macht eure eigenen Erfahrungen!